Start Production Sennheiser Spectera beim Woodstock der Blasmusik 2026

Sennheiser Spectera beim Woodstock der Blasmusik 2026

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Beim „Woodstock der Blasmusik“ in Ort im Innkreis kamen 2026 auf mehreren Bühnen Sennheiser Spectera Breitband-Drahtlossysteme zum Einsatz. Ergänzt wurden sie durch Komponenten der EW-DX Serie sowie Neumann Miniature Clip Mic Systeme. Das Festival verzeichnete an vier Tagen rund 110.000 Besucher und präsentierte auf neun Bühnen etwa 150 Formationen mit rund 1.500 Musikern aus elf Ländern.

Eine zentrale Rolle spielte die als Doppelbühne ausgeführte „Buffet Crampon Main Stage“. Dort standen zwei Spectera Base Stations, zwölf SKM-Handsender mit dynamischen MD 9235 Kapseln, 24 SEK-Bodypacks und 24 Neumann MCM 114 Sets bereit. Weitere Spectera Systeme wurden auf der „Allerhand Stage“ und in der „Kraut & Ruabm Arena“ eingesetzt. Im „Woodstock Stadel“ sowie auf weiteren Bühnen übernahmen EW-DX Systeme die drahtlose Signalübertragung.

Für die Instrumentenabnahme kamen vor allem Neumann Miniature Clip Mic MCM mit Nierenkapsel KK 14 zum Einsatz. Die Nahmikrofonierung direkt am Instrument bietet insbesondere auf lauten Festivalbühnen Vorteile. Nach Angaben des Technischen Leiters Mario Schwarz sind inzwischen rund 90 Prozent der beim Festival auftretenden Formationen mit Clip-Mikrofonen ausgestattet. Größere Ensembles werden teilweise weiterhin mit A/B-Stereomikrofonierung und zusätzlichen Stützmikrofonen abgenommen.

Spectera basiert auf der WMAS-Technologie und ermöglicht bidirektionale Audioübertragung. Beim Festival wurden die SEK-Bodypacks sowohl für Mikrofonübertragungen als auch für das In-Ear-Monitoring genutzt. Für die SKM-Handsender kam überwiegend der Audio-Link-Modus „Live“ mit 1,6 ms Latenz zum Einsatz. Beim IEM wurden je nach Anwendung „Live Low Latency“ mit 1,1 ms oder ebenfalls „Live“ verwendet.

Eine Besonderheit gab es in der „Kraut & Ruabm Arena“: Dort wurde einer der beiden Breitbandkanäle im 1G4-Band betrieben. Die Spectera Base Station selbst enthält keine HF-Komponenten. Diese befinden sich in den DAD-Antennen, sodass die Base Station mit unterschiedlichen Frequenzbereichen kombiniert werden kann. Für 1G4/1G5 wurden entsprechend ausgelegte DAD-Antennen verwendet.

Auf der Main Stage waren für vier Trägerfrequenzen acht per Netzwerkkabel angebundene DAD-Antennen installiert. Jeweils zwei Antennen waren einer Trägerfrequenz zugeordnet und diagonal an der Doppelbühne positioniert. Die digitalen Audiosignale wurden mit 48 kHz verarbeitet und über Dante ausgegeben.

Alex Schad von session pro

Die HF-Situation auf dem rund 60 Hektar großen Festivalgelände wurde durch die räumliche Trennung der Bühnen erleichtert. Lediglich die „Kraut & Ruabm Arena“ und der „Woodstock Stadel“ liegen vergleichsweise dicht beieinander. Dort berücksichtigte das Technikteam die Situation durch eine angepasste Sendeleistung.

An der technischen Ausstattung waren unter anderem session pro, Berger Veranstaltungstechnik und Freuden:Ton beteiligt. session pro betreute die zentrale Main Stage und hatte Spectera Anfang 2026 in den eigenen Rental-Bestand aufgenommen. Zum Bestand gehören drei UHF Base Stations, 36 SEK-Bodypacks und sechs DAD-Antennen.

session pro-Geschäftsführer Alex Schad nennt insbesondere die hohe Kanalzahl bei geringem Platzbedarf als relevanten Faktor für Rental-Anwendungen. Eine Base Station benötigt eine Höheneinheit im Rack und unterstützt bis zu 32 Audioeingänge und 32 Ausgänge. Auch die Anbindung der Antennen über Netzwerkkabel reduziert den Verkabelungsaufwand.

Bei einzelnen Acts wurden auf der Hauptbühne bis zu zehn stereofone In-Ear-Strecken eingesetzt. Aus anderen Produktionen berichtet session pro von bis zu 14 bidirektional betriebenen SEK-Bodypacks, die Mikrofonübertragung und IEM jeweils in einem Gerät kombinieren.

Martin Berger

Eine Premiere beim Festival waren zwölf Spectera SKM-Handsender auf der Main Stage. Die eingesetzten Vorseriengeräte waren durchgehend mit dynamischen Sennheiser MD 9235 Kapseln mit Nierencharakteristik ausgestattet. Die Markteinführung der Handsender war laut der vorliegenden Information für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.

Auch Berger Veranstaltungstechnik setzt seit Anfang 2026 auf Spectera. Das Unternehmen verfügt über eine Base Station und 16 SEK-Bodypacks. Geschäftsführer Martin Berger hebt neben der kompakten Bauform insbesondere die bidirektionale Nutzung der Bodypacks und die Netzwerkanbindung der DAD-Antennen hervor. Für Rental-Anwendungen ist zudem relevant, dass Spectera und EW-DX die gleichen Akkupacks verwenden können.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Neumann MCM-Systeme. Durch die Positionierung nahe am Schallbecher müssen die Mikrofone hohe Schalldruckpegel und ausgeprägte Transienten verarbeiten. Die modularen Systeme lassen sich über unterschiedliche Halterungen an verschiedenen Instrumenten befestigen. Austauschbare Kabel und kompakte Schwanenhälse erleichtern den Einsatz bei kurzen Umbauzeiten.

session pro hält inzwischen 50 MCM-Systeme im Rental-Bestand. Beim „Woodstock der Blasmusik“ wurden sie insbesondere für Blech- und Holzblasinstrumente eingesetzt. Neben den Clip-Mikrofonen kamen weitere Sennheiser und Neumann Mikrofone zum Einsatz. MKH 8060 und MKH 8070 dienten als Atmo-Mikrofone, während am FOH der „Kraut & Ruabm Arena“ ein Neumann KU 100 Kunstkopf für binaurale Stereoaufnahmen installiert war. An Drumkits fanden unter anderem e 904, e 604 und MD 421 Kompakt Verwendung; KM 184 wurden als Overheads und für weitere Instrumente eingesetzt.

Mit der Kombination aus Breitband-Funk, bidirektionalen Bodypacks und instrumentennaher Mikrofonierung bildete das Festival zugleich ein umfangreiches Praxisszenario für aktuelle Wireless- und Mikrofontechnik. Spectera war 2026 bereits zum zweiten Mal beim „Woodstock der Blasmusik“ im Einsatz.