Start Production „Unsichtbares“ VIO-Beschallungskonzept für Live-TV-Show

„Unsichtbares“ VIO-Beschallungskonzept für Live-TV-Show

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Für eine live übertragene TV-Castingshow im Coloneum in Köln mit rund 1.300 Zuschauern entwickelten dBTechnologies und die MMC Studios ein vollständig geflogenes Beschallungskonzept auf Basis der VIO-Serie. Während der Produktion kamen eine Live-Band, Headset- und Handmikrofone sowie dauerhaft geöffnete Jury-Mikrofone zum Einsatz. Hinzu kamen klare Vorgaben für die Systemintegration: Lautsprecher, Subwoofer und Monitore sollten nicht im Kamerabild erscheinen, gleichzeitig war eine gleichmäßige Schallverteilung über alle Publikumsbereiche gefordert.

„Bei einer TV-Produktion arbeiten wir mit mehreren Restriktionen gleichzeitig – Sichtlinien, Schattenwurf, die Trennung von Sendeton und Saalbeschallung und vor allem ein hohes Gain before Feedback bei permanent offenen Mikrofonen“, erläutert Jochen Gotzen, Technical Director bei dBTechnologies.

Die technische Umsetzung übernahm Atlive. „Der durchgängig identische akustische Charakter der VIO-Serie war hier der entscheidende Vorteil. Wir konnten verschiedene Systemtypen frei kombinieren, ohne klangliche Brüche zu erzeugen, und haben das gesamte Setup konsequent geflogen, um den Boden frei zu halten und die Technik aus dem Kamerabild zu nehmen“, erklärt Jens Szczygieleski von Atlive.

Die benötigten Systeme stammten aus dem VIO Rental Network. Die Hauptbeschallung bestand aus 24 VIO L1610 Line-Array-Modulen in drei Arrays. Ergänzend kamen 26 VIO L1608 in sechs kürzeren Arrays für Parkett- und Randbereiche zum Einsatz. Vier VIO X310 dienten als Point-Source-Systeme, vier VIO X205 übernahmen Delay-Aufgaben. Für das Bühnenmonitoring wurden sechs VIO W12 eingesetzt.

Die Planung und Simulation der Anlage erfolgte durch Martin Antulov und Marius Dimke von den MMC Studios mit EASE Focus. Bereits vor dem Aufbau wurden Abdeckung, Pegelverteilung und Frequenzgang auf die räumlichen Gegebenheiten abgestimmt.

„Unser Ziel war es, jedem Besucher unabhängig von seinem Platz ein gleichbleibend hochwertiges Klangerlebnis zu bieten. Dank der sorgfältigen Systemplanung und der Möglichkeiten von EASE Focus konnten wir die Beschallung bereits vor dem Aufbau präzise auf die Gegebenheiten abstimmen“, so Martin Antulov.

Eine besondere Rolle spielte das Tieftonkonzept. Da keine Subwoofer am Boden eingesetzt werden konnten, entstand ein zentrales geflogenes Sub-Cluster aus acht VIO S118. Die Lautsprecher wurden bogenförmig angeordnet und je nach Position symmetrisch oder asymmetrisch konfiguriert, um die Tieftonenergie gezielt auf den Zuschauerbereich auszurichten.

„Der Sub ist bei uns die Null“, beschreibt Jochen Gotzen den Ansatz. „Wir haben das geflogene Sub-Cluster als akustische Nulllinie definiert und alle übrigen Systeme zeitlich und phasenrichtig darauf abgestimmt. Mit dem passenden Crossover liegt damit das gesamte System in Phase. Das Ergebnis ist eine präzisere Ortung und ein höheres Gain before Feedback.“

Alle Lautsprecher wurden über Aurora Net vernetzt und redundant über A2Net angesteuert. Da sämtliche VIO-Systeme aktiv arbeiten und über eigene DSPs verfügen, war keine zusätzliche Prozessor- oder Matrixebene erforderlich. Innerhalb der Software lassen sich alle Lautsprecher einzeln überwachen, gruppieren sowie in Delay und Frequenzgang anpassen.

„Alle Lautsprecher hängen am Netzwerk, jeder besitzt seinen eigenen DSP, und die Phasenlage innerhalb der VIO-Familie ist identisch“, so Jens Szczygieleski. „Dadurch entstehen sehr saubere Übergänge zwischen Hauptsystem, Delays und Outfills. Für die Studiogäste wirkt das gesamte Setup wie eine einzige zusammenhängende Schallquelle.“

Auch aus Sicht der Verantwortlichen am FOH überzeugte das Konzept. „Als FOH-Ingenieure schätzen wir an diesem System vor allem die Kombination aus Kontrolle und Konsistenz. Gerade bei einer Live-TV-Show, bei der es keine zweite Chance gibt, gibt uns das die Sicherheit, dass das System exakt so arbeitet wie geplant“, betont Marius Dimke.