Ein unebener Boden, verzerrende Objektive und harte Übergänge zwischen Wand und Boden: Bei der Projektion im Prager Signal Space musste Virtuality.one mehrere geometrische Herausforderungen lösen. In der rund 300 Quadratmeter großen immersiv bespielten Halle steuern PixelBox-Medienserver mit der Software Pixera von AV Stumpfl insgesamt 19 Panasonic-Laserprojektoren. Die Ausgabekanäle liefern jeweils 3.840 × 2.400 Pixel bei 60 Bildern pro Sekunde, 10 Bit Farbtiefe und 4:4:4-Abtastung. Ihre Auflösungen summieren sich auf rund 175 Megapixel, verteilt auf Wände und Boden.
Signal Space befindet sich in der denkmalgeschützten Prager Altstadt-Markthalle von 1896. Die rund 2.500 Quadratmeter große Galerie überträgt das Konzept des Signal Festivals in einen ganzjährigen Ausstellungsbetrieb. Neben digitaler Kunst bietet das Haus Raum für Events, Aufführungen und Konferenzen. Entsprechend muss die Medientechnik sowohl vorproduzierte Inhalte als auch wechselnde Live-Signale verarbeiten.
Die historische Architektur prägte insbesondere die Kalibrierung. Der Hallenboden fällt von einer Seite zur anderen um etwa 25 Zentimeter ab. Das Gefälle diente ursprünglich dazu, die Marktfläche abspülen zu können. Hinzu kommen Unebenheiten im Beton und eine Geometrie, die von einer ebenen, rechtwinkligen Projektionsfläche abweicht. Die eingesetzten Ultrakurzdistanzobjektive verursachen zusätzlich tonnenförmige Verzerrungen. 
Zunächst nutzte das Team ein kamerabasiertes Kalibriersystem von Panasonic. Die Kameras waren neben den Projektoren am Traversensystem montiert und ermöglichten die Ausrichtung der Wandprojektionen. Für den Boden reichte dieses Verfahren in der vorhandenen Konfiguration nicht aus. Die weitere Anpassung erfolgte mit den Warping-Werkzeugen von Pixera. „Dank der Warping-Werkzeuge von Pixera konnten wir eine pixelgenaue Kalibrierung erreichen“, sagt David Houžvička, Chief Technology Officer bei Virtuality.one.
Besonders anspruchsvoll waren die Anschlüsse der Bodenprojektion an die Wände. Während sich Überlappungsbereiche benachbarter Projektoren durch Edge Blending weich überblenden lassen, bildet der Wandfuß eine harte architektonische Referenz. Abweichungen zwischen Bild und Raumgeometrie werden dort unmittelbar sichtbar. Die Kalibrierung musste deshalb nicht nur die einzelnen Projektionsflächen erfassen, sondern auch deren Übergänge aufeinander abstimmen.
Für die Wiedergabe fasste Virtuality.one mehrere PixelBox-Server zu einem Pixera-Cluster zusammen. Das Rendering wird auf die Knoten verteilt, ein weiterer Server steht als Reserve bereit. Jeder Knoten arbeitet mit einer RTX 5000 Ada und einem Threadripper 7965WX. Die Unterstützung des Codecs NotchLC ermöglicht die GPU-basierte Verarbeitung von Videomaterial mit 8 und 10 Bit. Framelock und Genlock sorgen für die zeitliche Abstimmung der Ausgaben im Cluster.
Diese Synchronisation ist vor allem bei Bewegungen über mehrere Projektionsflächen relevant. Zeitlich versetzte Bilder können an den Übergängen sichtbare Bildrisse erzeugen. Houžvička verweist zudem auf Veranstaltungen mit Kameraaufzeichnung: Dabei müssen auch Kameras und Videokette aufeinander abgestimmt werden, um Synchronisationsartefakte in den Aufnahmen zu vermeiden.
Pixera übernimmt neben dem Video auch die Wiedergabe des Surround-Tons. Die Audiosignale gelangen über Dante zur nachgelagerten Verarbeitung. Damit liegen Bild, Ton und Cues in einer gemeinsamen Timeline. Nach Einschätzung von Houžvička vereinfacht dies sowohl die Content-Erstellung als auch den Betrieb, weil kein separates Audiosystem mit der Videowiedergabe synchronisiert werden muss.
Für Veranstaltungen lassen sich externe Bildsignale und Grafiken über SDI oder NDI integrieren, beispielsweise als Bild-im-Bild. Grenzen ergeben sich laut Houžvička aus der vorhandenen GPU- und Speicherausstattung, wenn umfangreiche NDI-Übertragungen, 10-Bit-Videowiedergabe und SDI-Aufzeichnung gleichzeitig gefordert sind. Ein vorgesehenes Hardware-Upgrade wurde wegen der Verfügbarkeit von Komponenten verschoben.
Die Softwarelizenzierung erlaubte Virtuality.one, die Server innerhalb eines festen Budgets auf das Projekt zuzuschneiden. Für den Veranstaltungsbetrieb spielt außerdem die Verfügbarkeit geschulter Operatoren eine Rolle. Seit der Einrichtung im Spätsommer 2025 wird das System im Galeriealltag und bei Live-Events eingesetzt. Nach Angaben von Houžvička traten im ersten Betriebsjahr keine Hardware- oder Softwareprobleme auf. Eine geplante Wartungswoche diente der Reinigung, Belastungstests und einem Betriebssystem-Update.























