Start Production d&b Soundscape für Silence Wang im Pekinger Stadion

d&b Soundscape für Silence Wang im Pekinger Stadion

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Bei zehn aufeinanderfolgenden Konzerten von Silence Wang im Pekinger Nationalstadion kam d&b Soundscape für eine immersive Beschallung zum Einsatz. Die Auftritte gehörten zur „Age of Romance World Tour“ des chinesischen Sängers, Songwriters und Produzenten. Nach Angaben von d&b war die Produktion der bislang größte Einsatz des Systems in einem Stadion. Pro Abend besuchten mehr als 60.000 Zuschauer die als „Vogelnest“ bekannte Arena.

Das System stellte OST Productions bereit. An der Planung und Umsetzung arbeiteten d&b Greater China, die lokalen und globalen EAS-Teams des Herstellers sowie Wangs langjähriger Sounddesigner Jin Shaogang mit. Shaogang war unter anderem leitender Sounddesigner der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Bei den Konzerten von Silence Wang standen die Klarheit der Stimme und eine räumlich differenzierte Wiedergabe im Mittelpunkt.

Für das Systemdesign kombinierte das Team Lautsprecher der SL-Serie mit einer über das Stadion verteilten Anordnung für die räumliche Wiedergabe. Das Frontsystem bestand aus sieben KSL8/12-Clustern und zwei dahinter geflogenen SL-SUB-Clustern. Entlang der Dachkuppel waren 22 Cluster mit GSL8 angeordnet, die das 360-Grad-Soundscape-System bildeten. Hinzu kamen 22 Gruppen mit V10P-Lautsprechern in zwei Fill-Ringen und ein weiteres SL-SUB-Array. Mehr als 150 KSL8 übernahmen die Aufgaben als Outfills, Sidefills, Rear-Delays und Side-Delays. Zur Optimierung der Lautsprechersysteme wurde ArrayProcessing eingesetzt.

Shaogang hebt bei dieser Anordnung die breitbandige Richtwirkung der SL-Serie hervor. Die geringe rückwärtige Schallabstrahlung sei insbesondere dort relevant, wo Arrays für die 360-Grad-Wiedergabe und Delay-Lautsprecher an denselben Traversen montiert seien. Die kontrollierte Abstrahlung reduziere den Eintrag tiefer Frequenzen in rückwärtige Delay-Zonen, weitere Publikumsbereiche und den Backstage-Bereich. Dadurch ließen sich unerwünschte Überlagerungen begrenzen.

Auch die räumliche Abbildung bewertet der Sounddesigner als Vorteil. Nach seiner Einschätzung erweiterte Soundscape den nutzbaren „Sweet Spot“ von etwa einem Drittel auf 60 bis 70 Prozent des Zuschauerbereichs. Die räumliche Tiefe und Staffelung des Klangbilds seien dabei zentrale Unterschiede gegenüber einer konventionellen Stereobeschallung.

Die Signalverarbeitung übernahm die DS100 Soundscape Processing Engine. Für die großflächige 360-Grad-Anwendung waren eine konsistente Lokalisierung der Audioobjekte und nachvollziehbare Klangbewegungen entscheidend. Sam Wang, Head of Mobile Sales und Senior System Engineer bei d&b audiotechnik Greater China, verweist dafür auf die Aufteilung der Lautsprecher in Funktionsgruppen und die Kontrolle der Objektlatenz über den Delay-Modus der DS100. Damit sollten Phaseninterferenzen minimiert sowie räumliche Positionierung und Panning über den Hörbereich hinweg stabilisiert werden. Das betraf auch dynamische Bewegungen und rotierende Audioeffekte.

Zur Programmierung und Steuerung nutzte das Team die Software Create.Control. Innerhalb eines Monats entstanden mehr als 400 Snapshots und 300 Animationen. Für diesen Umfang waren nach Angaben von Lucchi Federico Tobia, verantwortlich für Soundscape Enablement bei d&b audiotechnik Greater China, eine schnelle Bedienung und automatisierte Abläufe wesentlich. „Mit Create.Control lassen sich Songs schnell erstellen, die Automation sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Show und dank der Offline-Programmierung können wir Projekte vorbereiten und dann für jeden Veranstaltungsort skalieren.“ Die Offline-Vorbereitung unterstützte damit auch die Anpassung der Soundscape-Programmierung an die Anforderungen weiterer Tourneestationen.