Bei zwei ausverkauften Konzerten in der Sala Palatului in Bukarest verband der rumänische Sänger Smiley Band, Orchester und Chor mit einer immersiven Beschallung. Nach Angaben des beteiligten Audiodienstleisters Audiv war „Armonie“ die erste Liveproduktion dieser Art in Rumänien. Für Saalmischung, Monitoring, Mehrspuraufnahme und das Signal für den Fernsehsender ProTV kamen zwei Konsolen von Solid State Logic zum Einsatz: eine SSL Live L550 Plus am FOH und eine L650 am Monitorplatz.
Auf der Bühne standen neben Smiley seine neunköpfige Band, sechs Gäste, das Metropolitan Orchestra mit 70 Musikern und ein Chor mit 18 Sängern. Sieben Audiotechniker betreuten die Produktion. Ziel des Audiokonzepts war, die musikalischen Formationen zu einem gemeinsamen Klangbild zu verbinden und räumliche Bewegungen hörbar zu machen.

Narcis Claudiu, Geschäftsführer von Audiv und FOH-Mischer von Smiley, hatte zuvor rund ein Jahr lang mit einer SSL L500 gearbeitet. Für Armonie wechselte er auf die L550 Plus, um zusätzliche Rechenleistung und eine höhere Zahl an Signalpfaden nutzen zu können. Audiv ist zugleich neuer Vertriebspartner für SSL Live in Rumänien. Laut Unternehmen wurden bei der Produktion erstmals im Land SSL-Live-Konsolen gleichzeitig am FOH und im Monitoring eingesetzt.
Für die Klangbearbeitung nutzte Claudiu überwiegend die internen Werkzeuge der Konsole. Dazu gehörten Sourcerer, Blitzer, der SSL Bus Compressor, Parallelkompression und Fusion. Ergänzt wurde das Setup durch zwei externe Hallgeräte. Auf externe Plug-ins verzichtete das Team sowohl bei der Saalmischung als auch am Monitorplatz.
Den Monitormix übernahm Adi Dan. Das Setup umfasste 24 Monitorkanäle für Band und Gäste sowie ein persönliches Monitoringsystem für das Orchester mit mehr als 70 drahtlosen Beltpacks. Zusätzlich zeichnete Dan über die MADI-Schnittstellen der L650 insgesamt 128 Eingangskanäle mit einer Abtastrate von 96 kHz auf.
Die Steuerung der Saalmischung wurde kurz vor den Konzerten neu strukturiert. Ursprünglich hatte Claudiu eine Showdatei mit mehr als 250 Signalpfaden, zahlreichen Snapshots, Timecode und umfangreichen Effekten vorgesehen. Zwei Tage vor der Veranstaltung reduzierte er die Automatisierung und ordnete die Signalführung neu. Einzelne Kanäle wurden in Gruppen zusammengefasst und diese an den L-ISA-Prozessor von L-Acoustics weitergeleitet. Über DeskLink konnte Claudiu den Prozessor direkt von der Konsole aus steuern. Szenenautomation blieb auf Passagen beschränkt, in denen mehrere Panorama- oder Faderbewegungen gleichzeitig erforderlich waren.
Vier SSL ML32.32 MADI-Stageboxen auf der Bühne und ein DAD Core256 mit 32 Eingängen für Zuspielungen waren über einen SSL BLII Concentrator mit beiden Konsolen verbunden. Die L550 Plus verwaltete am FOH die Vorverstärkung, die Signalwege für die Aufnahme und zum L-ISA-Prozessor sowie die Klangbearbeitung. Der Prozessor erhielt über MADI 96 Kanäle. Überwiegend handelte es sich um bearbeitete Bussignale für Orchester, Band, Chor, Begleitgesang und Hauptstimme.
Für die Fernsehaufzeichnung durch ProTV erstellte das Team an der FOH-Konsole einen eigenen Stereomix. Damit ließ sich die Balance für die Übertragung unabhängig von der räumlichen Wiedergabe im Saal gestalten. Zusätzliche MADI-Ports beider Konsolen übertrugen die Aufnahmesignale mit 96 kHz. Ein Dante-Netzwerk diente als alternativer Signalweg für die Mehrspuraufnahme und die Bühnenzuspielungen. Die Umschaltung der Reservewege war in den Signal-Switcher der Konsole integriert.
Für den Aufbau der gesamten Produktion einschließlich Rigging, Audio, Licht und Video standen nach Angaben von Audiv weniger als zwölf Stunden zur Verfügung. Die Konzerte dauerten jeweils rund zwei Stunden. Das Konzept soll mit weiteren Terminen und neuen Shows als immersives Liveformat fortgeführt werden.























