dealdraft hat mit HeyMagda eine spezialisierte KI-Software für die Prüfung von Werk- und Dienstverträgen mit Freelancern vorgestellt. Die Anwendung soll Vertragsmängel identifizieren, die bei einer Betriebsprüfung als Hinweise auf eine mögliche Scheinselbständigkeit gewertet werden könnten. Auf Basis der Analyse kann anschließend eine Ergänzungsvereinbarung erstellt werden.
Entwickelt wurde HeyMagda von der Rechtsanwältin Magdalena Seiler. Nach Angaben des Unternehmens basiert die Lösung auf Erfahrungen aus der manuellen Prüfung von mehreren hundert Werk- und Dienstverträgen pro Monat. Seiler war zuvor mehr als zehn Jahre in Rechtsabteilungen großer Personaldienstleister tätig.

Als Hintergrund für die Entwicklung nennt dealdraft unter anderem Veränderungen bei der Prüfpraxis der Deutschen Rentenversicherung. Diese nutzt mit KIRA inzwischen ebenfalls KI-Technologien, um im Rahmen von Betriebsprüfungen größere Datenmengen automatisiert auszuwerten. Dabei können unter anderem Sachverhalte identifiziert werden, die auf eine mögliche Scheinselbständigkeit hinweisen.
Wird eine Tätigkeit nachträglich als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eingestuft, können für Auftraggeber Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen und weitere finanzielle beziehungsweise rechtliche Folgen entstehen. Für Unternehmen, die regelmäßig mit Freelancern zusammenarbeiten, gewinnt damit die systematische Prüfung der zugrunde liegenden Vertragswerke an Bedeutung.
Allgemeine KI-Chatbots erwiesen sich laut Seiler für diese Aufgabe als nicht ausreichend zuverlässig. Deshalb wurde Anfang 2026 damit begonnen, das vorhandene juristische Prüfwissen in ein strukturiertes Playbook zu übertragen. Die KI soll bei der Vertragsanalyse ausschließlich auf dieses kuratierte Wissen zurückgreifen, anstatt Prüfergebnisse frei zu generieren. Das Verfahren wurde nach Angaben des Anbieters mit mehreren hundert Verträgen getestet und über mehrere Monate weiterentwickelt.
Für eine Analyse wird ein Vertrag in HeyMagda hochgeladen und anschließend anhand des hinterlegten Playbooks geprüft. Nach Angaben des Anbieters dauert dieser Vorgang rund eine Minute. Als Ergebnis erhält der Nutzer einen Bericht über identifizierte Auffälligkeiten beziehungsweise fehlende Regelungen.
Darauf aufbauend kann die Software eine Ergänzungsvereinbarung als Word-Dokument erstellen. Sie soll die bei der Analyse festgestellten vertraglichen Mängel adressieren, ohne dass dafür der ursprüngliche Vertrag vollständig überarbeitet werden muss. Die Anwendung ist so konzipiert, dass für die Bedienung kein juristisches Fachwissen erforderlich ist.
Die Datenverarbeitung erfolgt laut Anbieter auf Servern in Deutschland und Europa. Neben einer Public-Cloud-Version werden eine Managed Private Cloud und ein On-Premises-Betrieb angeboten. Über eine API kann HeyMagda außerdem in vorhandene CRM-, VMS-, ERP- und Dokumentenmanagement-Systeme eingebunden werden. Verträge lassen sich damit direkt aus den jeweiligen Anwendungen zur Analyse übertragen. Die Prüfergebnisse und erzeugten Ergänzungsvereinbarungen können anschließend an das Ausgangssystem zurückgegeben werden.
Die Anwendung soll künftig weitere Dokumenttypen verarbeiten können. Geplant sind unter anderem Prüfungen von Freelancer-Rechnungen, Arbeitnehmerüberlassungsverträgen sowie Datenschutz- und Geheimhaltungsvereinbarungen.
Ein kostenloser Test von HeyMagda ist online möglich.























