Start Production Christopher Bauder und Akiko Haruna inszenieren „Tensor“

Christopher Bauder und Akiko Haruna inszenieren „Tensor“

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Seit 2021 führt der deutsche Lichtkünstler Christopher Bauder Licht, Klang und Raum erfolgreich in der Dauerausstellung Dark Matter zusammen. Im letzten Jahr fügte er mit Sommerlights erstmalig eine temporäre Lichtkunstinstallation im Außenbereich hinzu, die an lauen Sommerabenden zum Verweilen in anderen Sphären einlädt. Mit Tensor, einer Kooperation von Bauder und der britischen Musikerin und Komponistin Akiko Haruna, ist in diesem Jahr eine Neuauflage der Sommerlights in Berlin zu erleben. Marc Liebold und Florian Fink von Whitevoid waren für die technische Planung und Umsetzung der Installation verantwortlich.

Eine 30 Meter lange, 15 Meter breite und sechs Meter hohe Konstruktion aus Sixty82 TPM Traverse schafft den Erlebnisraum von Tensor, der mit wetterfesten Nebelmaschinen von MDG mit Atmosphäre gefüllt wird. Die großformatige Lichtkunstinstallation aus über 360 laufenden Metern Traverse enthält 400 LED-Röhren. Insgesamt 15.000 Einzelpixel lassen sich hier bespielen.

„Wir mappen die Pixel nicht einfach, sondern bespielen sie dreidimensional mit Hilfe unserer eigenen Software“, erklärt Christopher Bauder. 90 PAR-Scheinwerfer in der Decke, 20 Moving Lights und vier Laser komplettieren die lichttechnische Ausstattung und schaffen in verschiedensten Kombinationen immer wieder neue Wirkungen.

„Die Grundidee von Tensor ist, einen Eindruck zu vermitteln, wie es sich anfühlen könnte, auf einem fremden Planeten zu landen. Ein Ort voller Rätsel und Unwägbarkeiten, unbekannter Spezies und alternativer Naturgesetze“, fährt der Lichtkünstler fort. „Diese Entdeckungsreise, oszillierend zwischen fantastischem Traum und bedrohlichem Albtraum, illustrieren wir mit Hilfe verschiedener Darstellungsformen.“

So wird Tensor zum dreidimensionalen Erfahrungsraum aus 400 Lichtern. Akiko Harunas Mischung aus filmischem Sounddesign, elektronischer Musik und kraftvollen Klanglandschaften verdichtet den Raum zusätzlich und zieht den Reisenden tiefer in die unbekannte Sphäre hinein.

„Tensor“-Projekt (Foto: Eric Bauermeister)

Um die Geschichte zu erzählen, sei Nebel von großer Bedeutung, wie Bauder berichtet: „In jener fremden Welt von Tensor raucht und schmaucht es allerorten. Deshalb ist Nebel ein sehr wichtiger Teil der Installation. Obwohl sich die Installation im Freien befindet, wünschten wir uns möglichst viel Kontrolle über die Dichte des Nebels. Denn auch der Nebel ist ein dynamisches Element: In einigen Momenten benötigen wir wirklich dichten, kaum durchdringbaren Nebel, in wieder anderen eher eine transparente Szenerie.“

Während im Innenbereich die Installation Grid bereits von einer MDG Atmosphere ATMe und zwei MDG Me1 Generatoren mit Haze und Nebel versorgt wird, vermitteln bei Tensor vier wetterfeste MDG Me2 WPE Maschinen, jeweils in den Ecken der Installation platziert, die ideale Nebel-Balance im Freien.

Für die Konstruktion selbst entschied sich der Künstler für die neue, robotergeschweißte TPM29S Traverse in schwarz von Sixty82. Christopher Bauder: „Damit wir auch im Hochsommer nicht auf die vollkommene Dunkelheit warten müssen, brachten wir oben eine relativ blickdichte Gaze zur Verdunkelung ein. Dies bringt natürlich eine höhere Windlast mit sich. Mit der TPM Truss sind wir jedoch auf der sicheren Seite.“

Die Querverbindungen innerhalb von Tensor wurden mit Sixty82 Dreipunkt-Traverse M29T realisiert. Diese sind einfach und flexibel mittels der universell einsetzbaren Traversenabgänge Hang-On82 von Sixty82 realisiert worden, mit welchen sich einzusetzende Traversenstrecken an jeder beliebigen Stelle im Rigg einhängen lassen.

„Mit Hilfe der Hang-Ons erreichten wir die nötige Flexibilität beim Abhängen der Lichtelemente – ohne Installation eines Subgrids“, bekräftigt Bauder. „Etwas Vergleichbares hatte ich noch nie zuvor gesehen.“

Sowohl Truss als auch Nebelmaschinen wurden von cast in Hagen geliefert.