Start Business Robe bei „Die Ärzte“-Tour im Einsatz

Robe bei „Die Ärzte“-Tour im Einsatz

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Was vor über 30 Jahren klein begann, ist seitdem stetig gewachsen und nicht erst in den letzten Jahren richtig groß geworden. Die „beste Band der Welt“ nennen sich Die Ärzte nahezu von Beginn an. Und wenn es nach dem Publikum geht, war die „Das Ende ist noch nicht vorbei Tour“ auch die „beste Tour…“. Die Zahlen unterstreichen das eindrucksvoll. Die Band spielte in über 60 ausverkauften Hallen, die kleinste mit 6.000, die größte mit 18.000 Besuchern – darunter zahlreiche Doppel- und Zusatzkonzerte –, komplettiert durch Festival Auftritte auf dem Greenfeld, Hurricane und Southside, so dass Die Ärzte kurzerhand eine „Comeback“ Tour für den Herbst angekündigt haben.

Lui Helmig, 27 Jahre für das Lichtdesign bei Die Ärzte verantwortlich, schuf erneut ein innovatives Lichtdesign und steuerte seinen Teil zur gelungenen Tour bei. Die Bühnenshow setzte Helmig wieder in enger Zusammenarbeit mit Licht- und Video-Programmierer Roland Greil und Mark Lorenz um, die den Videobereich während der Tour zeitlich unter sich aufteilten, um auch andere Projekten nachgehen zu können. Die Anforderung an das Design bestand darin, eine klare Bühne ohne viel sichtbare Technik zu schaffen, die aber einen direkten Bezug zur Punkrock-Note der Band haben sollte. Das Ergebnis war ein Rock n’ Roll Design, variabel durch szenische Elemente und mit einigen Spezialeffekten versehen, die wohldosiert eingesetzt wurden. Die Dramaturgie im Lichtdesign von Lui Helmig, das sich durch Steigerungen und Reduzierungen von Effekten in seinen Lichtbildern auszeichnet, zeigte die bekannte Handschrift und wird von dem Berliner Trio sehr geschätzt.

Dass sich Anforderungen und Design nicht ausschließen müssen, belegen fünf Traversenwürfel. Obwohl sie für die Zuschauer nicht immer sichtbar waren, bildeten sie doch eines der technischen Highlights auf der Tour. „Diese Idee wurde mehr oder weniger aus der Not heraus geboren“, so Helmig. „Hintergrund war der Wunsch nach einer Zeitersparnis für Auf- und Abbau. Die Würfel werden inklusive der enthaltenen Technik transportiert. Ergebnis: Licht und Ton können parallel arbeiten.“
Von den Würfeln werden drei Seiten genutzt. Die zum Publikumsbereich zugewandte Seite bekam eine Bestückung mit einer bespielbaren halbtransparenten Videofläche mit 20 Millimeter Pixelpitch. Innen und zur Oberseite ausgerichtet waren 16 ACL PARs montiert. An der Unterseite gab es acht Robin 100 LEDBeam, die in einem Kreis um einen Robin 600 LEDWash in der Mitte angeordnet waren. Zudem hatte jeder Würfel noch vier Strobes an Bord. Die Würfel ließen sich mit Hilfe eines Cyberhoist Systems verfahren und auf jeder Achse drehen. So konnte mechanisch das Aussehen und die Form der Bühne verändert werden, bildete dabei aber immer eine Einheit mit den klassisch montierten Lampen über und auf der Bühne und den links und rechts neben der Bühne angebrachten LED-Flächen. An der Fronttruss befanden sich zwölf ColorSpot 2500E AT, angeordnet in vier Dreiergruppen, zusammen mit neun Robin 600 LEDWash, passend zur Band ebenfalls in Gruppen von drei Geräten angeordnet. Weitere drei Gruppen von ColorSpot und LEDWash gab es an der Bühnenmitte. Ganz „Old School“ bildete ein gemalter Backdrop den Bühnen-Hintergrund. Zwölf darunter positionierte Robin 600 LEDWash tauchten die gesamte Fläche effektiv in Farbe, die bis zu ihrer Enthüllung gegen Ende der Show aus grauem Bühnenmolton bestand. Erst ein Kabukisystem enthüllte den Backdrop. Ebenfalls auf dem Bühnenboden standen weitere zwölf ColorSpot 2500E AT zur Verfügung, die für Gegenlichteffekte sorgten. Im hinteren und für den Zuschauer nicht sichtbaren Bereich waren zwei riesige Spiegelkugeln aufgebaut. Angestrahlt verzierten sie den sich über 37 Meter erstreckenden Bühnenhintergrund mit Mustern und Farben.

Die enge Verzahnung von Licht und Video im Showdesign zeigte sich auch an den LED-Wänden neben der Bühne. Ähnlich wie bei den Würfeln waren ober- und unterhalb der Videoleinwände jeweils sechs LED-Washer, also insgesamt zwölf pro LED-Wand, montiert. „Ich verwende gern eine Mischung aus bewährtem wie den 2500ern und neuem Material wie den LEDBeam und den LEDWash“, so Helmig zur eingesetzten Technik. Insgesamt wurden 40 Robin 100 LEDBeam, 47 Robin 600 LEDWash und 48 ColorSpot 2500E AT II eingesetzt. Er spezifiziert seit Jahren Robe Geräte für verschiedene Tourneen von Clubtouren wie für Festivals oder Stadien. Auf dieser Tour setzte er zum ersten Mal den Robin 100 LEDBeam ein. Bekanntschaft mit dem Beamlight machte er bei einer Demo durch den Robe Exklusivvertrieb LMP und war dabei sowohl von der Auswahl an Farben, der Helligkeit und der Dynamik aufgrund seiner geringen Größe als auch vom geringen Gewicht und der daraus möglich werdenden Geschwindigkeit beeindruckt. „Sie sind ein bisschen wie digitale ACLs“, kommentiert er, „aber beamy, schnell, effektiv und weitaus vielseitiger“. Auch der Robin 600 LEDWash stellt für ihn vor allem aufgrund seines Zoombereichs und der Farbmischung ein bemerkenswertes Gerät dar. „Das sind tolle Lampen für die Beleuchtung einer Bühne oder des Publikums. Ob versetzt oder im Kreis, sogar in unmittelbarer Nähe zu dem zu beleuchtenden Objekt erzeugt der LEDWash ein absolutes even field.“

Die Show wurde über zwei Road Hog Full Boar live gefahren – eine bedient von Helmig für die Beleuchtung, an der zweiten saßen Marc Lorenz oder Roland Greil zur Steuerung des eingesetzten Catalyst. Das komplette Licht-, Video- und Sound-Equipment, verteilt auf acht Trucks, lieferte satis&fy von ihrem Standort in Werne. Während der Tour war eine 70-köpfige Crew mit fünf Bussen unterwegs.

Info: www.lmp.de

Bühne von Die Ärzte (Foto: Louise Stickland)