Start Business Konzert-und Tourneeveranstalter registrieren Einbrüche bei Ticketverkäufen

Konzert-und Tourneeveranstalter registrieren Einbrüche bei Ticketverkäufen

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In Norditalien und der Schweiz sind unter dem Eindruck steigender Coronavirus-Infektionszahlen vor wenigen Tagen bereits Musik- und Sportveranstaltungen abgesagt worden – in Deutschland wurden bis zum Ende der vergangenen Woche Messen wie die ITB in Berlin oder die Light + Building in Frankfurt gestrichen. Für Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche könnte das Absagen von Events mittelfristig existenzielle Bedeutung bekommen. „Wir beobachten bereits seit einigen Tagen einen erheblichen Einbruch bei den Kartenverkäufen und Inhaber von Karten versuchen zunehmend, diese gegen Erstattung des Eintrittsgeldes zurückzugeben“, sagt Prof. Jens Michow, geschäftsführende Präsident des Bundesverband der Konzert-und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) e.V. „Sofern wir zukünftig Veranstaltungen aufgrund behördlicher Anordnungen ausfallen lassen müssen, droht zahlreichen Veranstaltungsunternehmen der wirtschaftliche Kollaps.“ Zwei börsennotierte Unternehmen des Wirtschaftszweiges hätten bereits Kurseinbrüche hinnehmen müssen.

In der Veranstaltungsbranche seien rund 3.000 selbstständig tätige Inhaber von Veranstaltungsunternehmen sowie rund 30.000 sozialversicherte und geringfügig Beschäftigte tätig. Der Wirtschaftssektor nehme die Spitzenstellung innerhalb der Wertschöpfungskette der Deutschen Entertainmentmärkte ein, heißt es aus dem Verband.  Gemäß letzter Marktstudie, die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des BDKV durchgeführt wurde, beträgt der Umsatz mit Konzert-und sonstigen Veranstaltungen jährlich rund fünf Milliarden Euro. Die durch Musikveranstaltungen induzierten Ausgaben im Musiktourismus summieren sich auf weitere rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Allein auf Hamburg entfallen mit 2,3 Millionen fast so viele Musik-Kurzurlaubsreisen wie auf Berlin (1,2 Millionen), München (0,6 Millionen), sowie Stuttgart und Dresden (je 0,3 Millionen) zusammen. „Die flächendeckende Absage von Musik-und sonstigen Veranstaltungen werden viele Veranstalter wirtschaftlich nicht überleben“, befürchtet der Verbandspräsident. „Die Auswirkungen für unsere Wirtschaft wären erheblich, denn betroffen wären auch die Künstler sowie die zahlreichen vom Veranstaltungsgeschäft abhängigen Dienstleister – angefangen mit Hallenbetreibern, Technik-Verleihern, Sicherheitsunternehmen sowie vielen anderen Unternehmen, die mittelbar beziehungsweise unmittelbar an der Wertschöpfungskette beteiligt sind.“

Der BDKV habe sich zwischenzeitlich an das Bundesministerium für Wirtschaft gewandt und auf die zu erwartenden Probleme hingewiesen. „Für den Fall der Fälle benötigen wir dringend ein Hilfeprogramm, welches schnell greifen muss“, sagt Michow. Vor allem aber hoffe er, „dass die maßgeblichen Behörden in jedem Einzelfallsehr behutsam prüfen, ob die Anordnung einer Veranstaltungsabsage tatsächlich aufgrund einer konkreten und nicht nur abstrakten Gefährdungslage tatsächlich zwingend erforderlich ist.“

Info: www.bdkv.de