Start Business Auftragslage in Veranstaltungsbranche nach oben korrigiert

Auftragslage in Veranstaltungsbranche nach oben korrigiert

9

Die Auftragslage in der Veranstaltungswirtschaft bleibt schwer planbar, obwohl die Unternehmen ihre kurzfristigen Auslastungserwartungen nach oben korrigieren. Das geht aus der Oktober-Auswertung des Auslastungsindex Veranstaltungsbranche hervor. Für den laufenden Monat beträgt die prognostizierte Auslastung 77 Prozent. Bei der Befragung im September hatten die Teilnehmer für Oktober noch mit 72 Prozent gerechnet.

Hinter dem Durchschnitt stehen unterschiedliche Perspektiven der einzelnen Gewerke und Unternehmensbereiche. Im Messebau erwarten die befragten Betriebe für Oktober eine Auslastung von 94 Prozent. Das Cluster Infrastruktur kommt auf 65 Prozent. Zwischen beiden Werten liegen 29 Prozentpunkte. Neben diesen Bereichen berücksichtigt die Erhebung Agenturen, Location/Entertainment und Technik AV. Der branchenübergreifende Indexwert kann daher nur eine Orientierung geben und lässt sich nicht auf jedes Segment übertragen.

Auslastungsindex nach Segmenten (Grafik: R.I.F.E.L.)

Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Oktober-Prognose um sechs Prozentpunkte höher aus: Für Oktober 2025 hatte der Wert 71 Prozent betragen. Damit übertreffen die Erwartungen bereits im zweiten Monat hintereinander das jeweilige Vorjahresniveau. Im September 2026 standen 83 Prozent einem Vergleichswert von 73 Prozent gegenüber.

Für die folgenden Monate zeichnen die Rückmeldungen ein verhalteneres Bild. Die erwartete Auslastung sinkt im November auf 66 Prozent und im Dezember auf 47 Prozent. Für die ersten drei Monate des Jahres 2027 liegen die Prognosen zwischen 48 und 49 Prozent. Die jüngste Aufwärtskorrektur betrifft somit vor allem den unmittelbar bevorstehenden beziehungsweise laufenden Geschäftszeitraum.

Alexander Ostermaier, Geschäftsführer der fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft, warnt davor, aus den höheren Werten bereits eine Entspannung abzuleiten. „Dass die Auslastungserwartungen zum zweiten Mal in Folge über dem Vorjahresniveau liegen, ist eine erfreuliche Entwicklung. Für eine Entwarnung ist es allerdings zu früh.“ Aus dem Verlauf der Befragungen lässt sich nach seiner Einschätzung auch die zunehmend kurzfristige Vergabe von Aufträgen ablesen. Für die Betriebe bleibt die damit verbundene geringe Planungssicherheit eine wesentliche Herausforderung.

fwd: erstellt den Index für das Research Institute for Exhibition and Live-Communication (R.I.F.E.L.). Zur Befragung sind aktuell 186 Unternehmen angemeldet. Eine Angabe zur Zahl der tatsächlich ausgewerteten Antworten liegt nicht vor. Erhoben werden Erwartungen der Teilnehmer, keine nachträglich ermittelten Auslastungswerte. Die Ergebnisse beschreiben deshalb weder die realisierte Auslastung noch abschließend die Lage der gesamten Branche.

Für eine differenziertere Abbildung der Entwicklung wirbt fwd: um regelmäßige Rückmeldungen weiterer Unternehmen. Die Teilnahme steht auch Betrieben ohne Verbandsmitgliedschaft offen; die Registrierung erfolgt online.