Bei internationalen Großproduktionen wie der „M72 World Tour“ von Metallica steht die Show im Fokus – aber die Sicherheit der technischen Infrastruktur spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. KDH Precision unter der Leitung von Rigging-Spezialist Chad Koehler setzt auf präzises Lastmanagement mit Hilfe von Load Cells von Eilon Engineering.
KDH Precision ist seit Jahren ein fester Bestandteil großer Tourproduktionen und arbeitete unter anderem für Rihanna, Beyoncé, The Rolling Stones, Shania Twain und Chris Stapleton. Bei Metallica ist Koehler seit 2017 als Head Rigger im Einsatz. Für die „M72“-Tour kommen 120 aktive Eilon-Lastmesszellen plus zehn Ersatzgeräte zum Einsatz, um die komplexe Konstruktion der Bühneninstallation abzusichern.
Im Zentrum der Show stehen acht freistehende Türme, die jeweils mit drei gebogenen LED-Screens bestückt sind. Diese Elemente werden von insgesamt 120 Motorpunkten getragen. Die Herausforderung: Bereits geringe Höhendifferenzen zwischen den Motorzügen können zu erheblichen Verschiebungen der Lastverteilung führen – mit potenziellen Gefahren für Mensch und Material. „Selbst ein halber Zoll kann eine relevante Abweichung erzeugen“, erklärt Koehler. Die Eilon-Systeme ermöglichen eine exakte Lastüberwachung in Echtzeit.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Outdoor-Charakter der Tour. Wind und Wetter beeinflussen das Verhalten der Konstruktionen. „Die Screens wirken bei starkem Wind wie Segel“, so Koehler. „Das Gewicht kann dann von 5.500 auf bis zu 7.200 Pfund steigen.“ Entsprechend wichtig ist eine kontinuierliche Lastüberwachung – auch während Auf- und Abbau. Ergänzend nutzt das Team Anemometer zur Windmessung an den oberen Strukturelementen.
Bereits bei früheren Touren – etwa mit AC/DC oder bei Metallicas „WorldWired“-Tour 2017 – kamen Eilon-Systeme zum Einsatz. Für die aktuelle Produktion entschied sich KDH Precision erneut für das Ron StageMaster-System in der 4-Tonnen-Version mit G4-Funktechnologie. Die Datenübertragung erfolgt drahtlos an einen tragbaren PRR-Empfänger. Über ein Tablet oder Smartphone kann die Lastverteilung live visualisiert und bei Bedarf eingegriffen werden. Das System ist mobil, kabellos und schnell einsatzbereit.
Die Vorteile laut Koehler: hohe Zuverlässigkeit, lange Batterielaufzeit und einfacher Aufbau. Bei kritischen Lastgrenzen erfolgt eine automatische Alarmmeldung. Zudem unterstützt Eilon Engineering bei der Planung und Systemintegration mit technischem Support.
Trotz der vorhandenen Technik sei das Bewusstsein für präzises Lastmanagement in der Branche noch nicht flächendeckend vorhanden, meint Koehler. „Bei vielen Produktionen wird das Potenzial der Load Cells nicht genutzt. Dabei sind die Systeme ein effektives Mittel zur Risikominimierung.“ Für ihn ist klar: Je größer die Produktionen, desto wichtiger wird die Kontrolle der Belastungen. „Verantwortung und Technik müssen zusammengehen. Die Mittel sind da – man muss sie nur einsetzen.“























