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Gewinner des Opus

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Licht- und Bühnendesigner Christian „Rocketchris“ Glatthor schuf für die Get Loud Open Air Tour von Rea Garvey ein Bühnenbild, das sich gängigen Gestaltungsregeln zeitgenössischer Rock- und Pop-Tourneen entzieht, sich dafür vielmehr an der Arbeit eines klassischen Theater-Bühnenbildners orientiert. Angelehnt an das Artwork des aktuellen Albums „Prisma“ entwickelte Glatthor einen dynamischen, dreidimensionalen Bühnenraum. Im Zentrum steht ein abstrakter Baumstamm, der sich über dem Schlagzeugpodest erhebt. Durch die ausgefeilte Positionierung sowie die Auswahl der Leuchtmittel können die Äste, sowie der riesige Stamm, aus dem Bühnenbild weggeleuchtet werden – oder wenig später wie aus dem Nichts wieder erscheinen. Der Bühnenraum erhält eine enorme Dynamik, kann sich so den Inhalten, Dramaturgien und Stimmungen der Lieder ständig anpassen.

Unterstrichen wird das Konzept, das auf dem geschickten Einsatz hunderter eigens angefertigter Gummibänder beruht, von zahlreichen unkonventionellen Ideen: Die Palette reicht dabei von einem per steuerbarer LEDs illuminierten Mikrofonständer über extra angefertigte organisch anmutende Podeste für die Musiker bis hin zu einer effizient reduzierten Dimmercity, die Truckspace, Gewicht, Kosten und auch den CO2-Ausstoß verringert.

Die Inszenierung des Schiller-Dramas von Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Rasche spannt Schillers Figuren in das Räderwerk eines gewaltigen Mensch-Maschine-Musik-Theaters ein, „um die Seele bei ihren geheimsten Operationen zu ertappen“, wie Schiller in seiner Vorrede zu den „Räubern“ schreibt. Mittelpunkt des Bühnenbilds bildet eine imposante Förderband-Konstruktion, deren Idee durch die technischen Abteilungen des Residenztheaters in einem knapp einjährigen Prozess realisiert wurde. Als unentwegt marschierende Masse werden Schillers Figuren Teil dieser überwältigenden Apparatur. Getragen durch die Musik von Komponist Ari Benjamin Meyers entwickelt sich eine verstörend düstere Stimmung, die Rasches Inszenierung von anderen Darbietungen des Stücks abhebt. 

„Die Räuber“ feierte seine Premiere im Residenztheater am 23. September 2016. In den Hauptrollen sind Valery Tscheplanowa und Franz Pätzold als ungleiches Brüderpaar Franz und Karl Moor zu sehen. Für das Licht war Gerrit Jurda verantwortlich. Regisseur Ulrich Rasche hatte sich zuvor unter anderem durch sein Wirken am Staatstheater Stuttgart, der Volksbühne Berlin, dem Theater Bonn sowie am Schauspiel Frankfurt einen Namen in der deutschen Theaterlandschaft gemacht.

 Info: www.prolight-sound.com