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Allen & Heath dLive im Kircheneinsatz

Das ICF München ist eine überkonfessionelle Freikirche, die neben den regelmäßigen Gottesdiensten am Sonntag auch Events mit bis zu 800 Teilnehmern veranstaltet. Bei den Gottesdiensten wird viel Live-Musik gespielt und mit einer großen Zahl an Gesangs- und Sprachmikrofonen gearbeitet, sodass die Tonanlage des ICF den Anforderungen einer professionellen Konzertbeschallung standhalten muss.

Zum Einsatz kommen dafür eine Allen & Heath dLive S5000 Konsole, ein DM48 MixRack sowie zwei DX168-Stageboxen. Über eine Dante-Karte erfolgt die Einbindung in ein Dante-Netzwerk, über das die Funkmikrofone eingespeist werden, aber auch Multitrack-Aufnahmen erfolgen und die PA angesteuert wird.

Verantwortlich für die Audiotechnik ist Marc Deisen, der seit fünf Jahren beim ICF arbeitet und dort auch das dLive-System von Allen & Heath betreut.

„Als wir uns vor einem Jahr für eine dLive entschieden haben, war es uns sehr wichtig, ein gradliniges und gut strukturiertes System zu haben“, erklärt Deisen. „Viele unserer Techniker sind ehrenamtlich tätig und hatten bei dLive wenig Mühe, sich einzuarbeiten, zumal wir vorher bereits eine iLive-Konsole im Einsatz hatten. Vor allem die I/O-Matrix haben wir schnell zu schätzen gelernt, die sehr übersichtlich und schnell für alle zu bedienen ist.“

„Aber auch die technischen Features von dLive haben uns überzeugt“, so Deisen weiter. „Jetzt haben wir genug DSP-Leistung für mehr als 50 Kanäle plus Effekte und das in einem modernen und zuverlässigen System. Der Dyn8 ist unschlagbar für alle Formen der Signalbearbeitung und die DEEP-Plug-ins vom Preamp bis zu den Kompressoren 16T und Octo überraschen uns immer wieder mit ihrem warmen Sound.“

„Eine Besonderheit des ICF ist das Bühnenkonzept mit einer 360-Grad-Zentralbühne“, fährt Deisen fort. „Dort ist es natürlich unser Ziel, die Kabelwege kurz zu halten und möglichst wenige Kabel durch die Zuschauer zum Pult zu führen. Hier kommt uns die Erweiterbarkeit mit den DX-Stageboxen sehr gelegen. Wir sind auch nach einem Jahr immer noch extrem zufrieden mit unserem System – ich würde mich immer wieder für eine dLive entscheiden“

Info: www.allen-heath.com

dLive im ICF (Foto: ICF)

QSC beschallt „House of Vans“ Events

Die Schuhmarke Vans adressiert in der Regel an Skateboarder wie auch Musiker und will ideell Kreativität, urbanen Lebensstil und Unabhängigkeit verkörpern. Obwohl das Unternehmen hauptsächlich für seine Warped-Tour (mittlerweile im 25. Jahr) bekannt ist, treffen sich bei den House of Vans Events Bands, DJs, Künstler und Skater zu Konzerten, Workshops und Kunstinstallationen an den Firmenstandorten in Chicago und London oder in Pop-Ups von Detroit bis Hongkong. Für House of Vans setzt Chuck Radue, North America Lifestyle Events Manager bei Vans, auf zahlreiche Live Sound-Produkte von QSC, wie beispielsweise den Digitalmixer TouchMix-30 Pro, die aktiven Lautsprecher KW153 und K12.2 sowie die KW181 Subwoofer.

Aufgrund des sportlich-dynamischen Charakters der Events steht für Radue die Fernbedienbarkeit des TouchMix-30 Pro über ein iOS- oder Android-Gerät auf der Liste der unverzichtbaren Features an allererster Stelle: „Diese Funktion erweist sich überall als enorm praktisch. Wir haben hier in Chicago ein Event, das Sessions heißt, und bei dem wir Skating, Live-Street-Art und Auftritte lokaler Bands auffahren. Das Publikum kann dabei nach Lust und Laune zur Musik Skateboard fahren, da können wir natürlich schlecht mittendrin einen FOH-Mischer aufstellen. Wir platzieren den Mixer also häufig an der Bühne oder sonst wo. Dann können der Tontechniker oder ich uns mit unseren iPads frei bewegen und gleichzeitig den Ton fahren.“

Die Mehrspur-Aufnahmefunktionen des TouchMix kommen auch bei zwei weiteren Events zum Einsatz, wie Radue erklärt: „Bei ‚Share the Stage‘ präsentieren sich Bands bei uns. Wir nehmen all ihre Songs mit dem TouchMix auf und führen sie anschließend mit dem Videobild zusammen. Diese Videos zeigen wir dann einem Gastkünstler oder Produzenten – im vergangenen Jahr war es ‚Schoolboy Q‘. Die Sieger-Band darf dann als Support Act für den Künstler bei einer der House of Vans Shows auftreten. Dann gibt es auch noch unsere Musik-Content-Reihe ‚Sidestripe Sessions‘, die man unter YouTube.com/Vans findet. Bei diesen Videos performen bekannte Künstler und Newcomer in einer Kulisse, die aussieht wie das Innere eines Vans Schuhkartons. Auch hier läuft alles über den TouchMix, und wir reichen die Festplatten dann einfach an die Video-Abteilung weiter.“

Am Firmensitz von Vans im kalifornischen Costa Mesa war das „Schuhkarton“-Bühnenbild anfangs nur ein Raum für die Mitarbeiter zum Proben, weil „Vans eben eine so musikorientierte Firma ist und Kunst hier generell einen hohen Stellenwert besitzt”, wie es heißt. Bei der Einrichtung des Raums vertraute Vans auf Radues musikalischen Background, der ihn schon früh zu einem Fan von QSC hatte werden lassen. „Vor meinem Job bei Vans war ich 17 Jahre lang mit der Band The Rapture auf Tour“, erinnert sich Radue. „Als ich mehr in die Materie hineinwuchs, Equipment kennenlernte und miteinander verglich, gab ich QSC immer öfter den Vorzug gegenüber anderen PA-Herstellern. Bei Vans bin ich so was wie der Audio-Nerd vom Dienst, und als unser Geschäftsführer sagte, ‚Chuck, wir brauchen eine PA‘, war mir klar, dass QSC dabei eine große Rolle spielen würde.“

K12.2 Lautsprecher sind im Schuhkarton die Monitore der Wahl, aber da ihre Class-D-Endstufen in einem nur 18 Kilo schweren Gehäuse 2000 Watt Leistung bieten, dienen sie auch regelmäßig als Main-Fills bei den vielen Pop-Up Events der House of Vans Reihe. „Wir verteilen die Speaker einfach über die gesamte Location“, so Radue. „Ihre Abdeckung und Transparenz sind einfach unglaublich. Die integrierten EQ-Presets der K.2 Serie sind extrem hilfreich. Über das Menü auf der Rückseite des Lautsprechers lässt sich der Klang optimal an die Gegebenheiten anpassen, ohne tief in Mischer-Funktionen wie EQ oder Kompression einsteigen zu müssen.“

„Eines unserer bestbesuchten – und meiner Meinung nach bestklingenden – Events war ein Synthesizer-Workshop, den wir in Detroit mit dem Künstler Matthew Dear abgehalten haben“, fährt Radue fort. „Dabei kamen ausschließlich K12.2 auf Lautsprecherstativen zum Einsatz. Später folgte noch ein zweiter Workshop in Brooklyn, bei dem wir einen TouchMix-8 als Mixer für seine Synthesizer verwendet haben. Ich besitze selbst ebenfalls einen TouchMix-8, den ich für unterschiedlichste Zwecke nutze.“

In Bezug auf den Bedienkomfort des Mixers bestätigt Radue, dass „sich mit der Benutzeroberfläche des TouchMix unglaublich schnell ein hervorragender Klang für jedes Instrument und jede Stimme erzielen lässt. Bei manchen Events performen vier oder fünf Bands jeweils mehrere Songs. Trotzdem geht der Soundcheck dabei sehr zügig vonstatten und liefert für den Monitor- und Hauptmix schnell und direkt Ergebnisse, mit denen alle glücklich sind.“

Zu guter Letzt lobt Radue die Klangfülle der KW-Lautsprecher auch an Veranstaltungsorten, die deutlich größer sind als ein Schuhkarton – teilweise sogar riesig. „Letztes Jahr haben wir Künstler aus aller Welt zu einer Open-Air-Party mit etwa 600 Gästen eingeflogen“, erzählt Radue. „Hierfür nahmen wir die größere Anlage mit KW153 Lautsprechern und KW181 Subwoofern. Ich war erstaunt, wie gut der Übergang vom Innen- zum Außeneinsatz bei einem Publikum dieser Größe geklappt hat.“

Info: www.qsc.com

House of Vans (Fotos: QSC)

Klassik-Recording mit Sennheiser Ambeo VR Mics

Im Sommer ist das Brückenforum Bonn zu einem Konzertsaal für klassische Musik transformiert worden. Das Beethoven Orchester Bonn spielte unter Leitung von Dirigent Dirk Kaftan ohne Anwesenheit von Publikum einen Auszug aus Beethovens 9. Symphonie. Das in Bild und Ton aufgezeichnete Geschehen wird ab November 2019 im LVR-LandesMuseum Bonn im Rahmen der Ausstellung „Music! Hören, Machen, Fühlen. Eine Mitmachausstellung“ zu erleben sein. Die Ausstellungsbesucher können dort über Kopfhörer in einer temporären Installation akustisch an unterschiedlichen Positionen im Orchester Platz nehmen – und dem Klangkörper aus ungewohnten Perspektiven lauschen. Um eine akustische Immersion zu ermöglichen, wurden bei der Aufnahme in Bonn sechs Sennheiser Ambeo VR Mics zwischen den Orchestermusikern aufgestellt.

Innerhalb des Orchesters waren die sechs Mikrofone nahe folgender Instrumente positioniert: Timpani, Posaune, French Horn, Flöte, Viola, 1. Violine. Die Kapseln der Sennheiser Ambisonics-Mikrofone zeigten nach unten; im zugehörigen Sennheiser „Ambeo A-B-Konverter“ ist ein entsprechender Positionierungsparameter („Upside down“) vorhanden.

„Im Idealfall würde man die Kapseln genau dort platzieren, wo sich der Kopf des jeweiligen Instrumentalisten befindet – aus naheliegenden Gründen ist das in der Praxis natürlich nicht möglich“, erläutert Toningenieur Freek de Greef, der zusammen mit Thomas Koopmans die Aufnahmen durchführte. „Wenn man den Musikern mit einem Mikrofon zu nahe kommt, empfinden sie es als störend. Wir haben uns daher für eine Aufstellung entschieden, bei der die Instrumentalisten nicht in ihrer Bewegungsfreiheit beeinträchtigt werden, die Mikrofone mit ihrer am Schaft markierten Frontseite dennoch aber in die gleiche Richtung weisen, in welche sich auch der jeweilige Musiker orientiert: Hält der Geiger sein Instrument beispielsweise auf der linken Seite, stellen wir das Ambeo VR Mic rechts von ihm in Richtung des Instruments zeigend auf – das klingt später in der Mischung dann absolut überzeugend.“

Freek de Greef hat an der „HKU - Hogeschool voor de Kunsten Utrecht" Audio Design studiert und sein Studium mit einem Master of Arts abgeschlossen. Mit seiner Firma De Greef Audio deckt der versierte Tonmann unterschiedliche Aufgabengebiete ab und arbeitet darüber hinaus als Lehrkraft im Bereich Audiodesign.

Mit Sennheiser Ambeo VR Mics hat der Audioprofi bereits in anderen Zusammenhängen gearbeitet: „Berücksichtigt man die vielfältigen Ausstattungsmerkmale und Einsatzmöglichkeiten des Sennheiser Ambeo VR Mics, kann man dem Mikrofon ein außerordentlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen“, so Freek de Greef. „Das Sennheiser Ambeo VR Mic ist nicht nur ideal für den Bereich Virtual Reality bei Gaming-Anwendungen, es funktioniert auch im musikalischen Kontext ganz hervorragend! Aufgrund seiner kompakten Maße lässt sich das Mikrofon gut positionieren, und die mitgelieferten Halterungen funktionieren in der Praxis bestens: Bei der Aufnahme in Bonn haben wir die Mikrofone mit den Kapseln nach unten sowie teilweise an langen Auslegern montiert. Zu Beginn hatte ich leichte Bedenken, dass sie vielleicht aus ihren Halterungen rutschen könnten. Der Sitz in den Shockmounts ist allerdings bombenfest, und bezüglich der Trittschallübertragung ist mir bei den im Lieferumfang enthaltenen Aufhängungen nichts Negatives aufgefallen. Der Klang der Ambeo VR Mics wirkt transparent, und die gesamte Dynamik musikalischer Darbietungen lässt sich problemlos einfangen. Die Empfindlichkeit ist bei einem nur sehr geringen Noisefloor erfreulich hoch, so dass man die Mikrofonsignale nicht übermäßig vorverstärken muss.“

In Bonn überraschte der realistische Klangeindruck bereits beim ersten Durchhören der Recording-Rohfassung: Lauschte man dem Ambisonics B-Format des an der Position nahe der Flöte aufgestellten Ambeo VR Mics, ertönte im linken Ohr leicht schräg hinten das Fagott und rechts schräg hinten die Klarinette, selbst wenn die Flöte nicht spielte – ein Gegensatz zu üblichen Aufnahmekonzepten für klassische Musik. Wer während eines Konzerts noch nie zwischen Orchestermusikern gesessen hat, wird sich möglicherweise wundern, wie unterschiedlich der Klang innerhalb des Orchesters gegenüber der typischen Zuhörerposition im Saal ausfällt und wie wenig bzw. wie viel einzelne Musiker von ihren Kollegen hören. Auf ganzer Linie zu beeindrucken wusste auch die Klangerfahrung, die mit dem direkt oberhalb des Perkussionisten platzierten Sennheiser AMBEO VR Mic vermittelt werden konnte: Der Hörer befindet sich hier gefühlt mittig zwischen den Pauken und nimmt die Instrumente der übrigen Orchestermusiker als von vorne kommend wahr.

Der Einsatz von Sennheiser Ambeo VR Mics wurde in Bonn durch eine konventionelle Mikrofonierung ergänzt, die sich aus Hauptmikrofonen in A/B- und ORTF-Anordnung (Dirigentenplatz, Zuhörerplatz) sowie zahlreichen Stützmikrofonen zusammensetzte. Während der Postproduktion wurden diese Signale herangezogen, um den Klangeindruck der Ambeo VR Mics anzureichern, sofern es für die Ausstellung als künstlerisch notwendig erachtet wurde.

Freek de Greef spricht von „Hyperrealismus“ und meint damit, dass das Klangerlebnis in der Ausstellung für tontechnisch unerfahrene Hörer ein wenig prägnanter als in der echten Orchesterumgebung reproduziert wird. „Bei den Mischungen starten wir mit den Signalen der Ambeo VR Mics, welche für die Lokalisation essenziell sind“, so Freek de Greef. „Die zusätzlich verfügbaren Mono- und Stereosignale der anderen Mikrofone werden ergänzend mithilfe von Plug-ins im binauralen Klangfeld untergebracht. Das ist dann zwar nicht mehr die vollkommen natürliche Reproduktion der Schallereignisse, aber im Kontext der Ausstellung, die ja speziell auch Kinder und Jugendliche anspricht, ist es sicher in Ordnung, einzelne Quellen im Sinn der gewünschten Hörerfahrung vorteilhaft zu betonen, ohne dabei maßlos zu übertreiben.“

Die aus den Mikrofonen stammenden analogen Signale wurden direkt an der Bühne auf zum digitalen Mischpultsystem gehörende Stageboxen geführt und auf diese Weise so nah wie möglich an der Quelle vorverstärkt und digitalisiert, um Klangverlusten auf den langen Leitungswegen zum provisorisch in der Nähe des Saals eingerichteten Regieraum vorzubeugen. In der Tonregie wurde unter anderem ein kompaktes digitales Audiomischpult in Kombination mit einem DSP-Server betrieben. Die Vorverstärkung für alle vier Kanäle jedes Sennheiser Ambeo VR Mics hatte Freek de Greef akkurat abgeglichen; die Audiosignale wurden ohne weitere Bearbeitung in eine DAW geführt.

In der Digital Audio Workstation wurden 48 Kanäle mit einer Wortbreite von 24 Bit bei einer Abtastrate von 96 kHz aufgezeichnet. Das Ambisonics A-Format wurde mithilfe des Sennheiser Software-Plug-ins „Ambeo A-B-Konverter“ in das Ambisonics B-Format überführt und konnte unter Einsatz eines „Ambi Head“ Plug-ins von Noise Makers mit einem Kopfhörer kontrolliert werden. Mithilfe des Sennheiser „Ambeo A-B-Konverter“ lassen sich die aufgezeichneten Einzelsignale der Ambeo VR Mics in der Postproduction flexibel nutzen, so dass auf mögliche Änderungen in der Ausstellungskonzeption anstrengungslos reagiert werden kann.

Unter akustischen Kriterien ist der rund 1.000 qm messende Multifunktionssaal des Bonner Brückenforums für anspruchsvolle Recordings nicht besonders gut geeignet. „Wir haben die Mikrofone derart positioniert und ausgerichtet, dass vergleichsweise wenig Raumanteil aufgenommen wird“, kommentierte Freek de Greef. „In der Postproduktion werden wir Räumlichkeit mit einem Ambi Verb HD von Noise Makers hinzufügen – die Impulsantworten, auf denen dieses Plug-in basiert, wurden mit einem Sennheiser Ambeo VR Mic aufgezeichnet. Natürlich wäre es schön gewesen, einen gut klingenden Saal zur Verfügung zu haben – in diesem Fall hätten wir mehr Mikrofone mit Omni-Charakteristik eingesetzt und möglicherweise außerdem Impulsantworten aufgezeichnet, um den vor Ort vorhandenen Raumklang einzufangen. Man muss allerdings in Betracht ziehen, dass das Ziel unserer Recording-Aktivitäten keine typische Klassikaufnahme, sondern eine besondere Aufzeichnung für eine spezielle Wiedergabesituation in einer Ausstellung ist.“

Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag im Jahr 2020 ist Anlass, den Komponisten in seiner Geburtsstadt Bonn umfassend zu würdigen. Teil des Jubiläumsprogramms ist die Mitmachausstellung „Music! Hören, Machen, Fühlen.“ im LVR-LandesMuseum Bonn, bei welcher das gemeinsame Erleben von Musik im Mittelpunkt steht. 25 interaktive Stationen laden ein, Musik zu hören, zu machen und zu fühlen, ohne dass dabei zwangsläufig ein Instrument beherrscht oder Notenkenntnisse vorhanden sein müssen.

Die räumlich größte Station der Ausstellung ist dem zweiten Satz von Beethovens 9. Symphonie gewidmet, der über Kopfhörer in „binauralem 3D-Sound“ zu hören ist. „Unsere Gäste haben die Möglichkeit, mitten im Orchester Platz zu nehmen, den Dirigenten zu beobachten und zu erleben, wie sich ein Musiker an unterschiedlichen Positionen im Orchester fühlt“, fasst Lothar Altringer, stellvertretender Direktor und Ausstellungsleiter im LVR-LandesMuseum Bonn, das Konzept der Station prägnant zusammen. Ein aufwändiges (und kostenintensives) Kopfhörer-Headtracking ist nicht vorgesehen; vielmehr werden Besucher ihren Sitzplatz wechseln müssen, um den unterschiedlichen Klangeindrücken lauschen zu können. Acht Positionen (1. Violine, Bratsche, Horn, Timpani, Posaune, Flöte, Dirigent, typischer Sitzplatz im Saal) sind als binaurale Klangimpressionen vorgesehen und werden mit acht unterschiedlichen, von Freek de Greef erstellten Mischungen bespielt.

Die Ausstellung wird am 20. November 2019 offiziell eröffnet und kann in Bonn bis Mitte September 2020 besucht werden. Anschließend wird die in Zusammenarbeit mit NorthernLight und YiPP entwickelte Wanderausstellung in weiteren Städten in Deutschland und den Niederlanden gastieren.

Info: www.sennheiser.com

Brückenforum, Mikrofonierung (Fotos: Sennheiser)

Follow-Me System bei Rammstein im Einsatz

Seit dem Start der diesjährigen Stadion-Tour von Rammstein Ende Mai hat die Band ihre Show in mehr als 25 großen Arenen in Europa und Russland gezeigt. Als Verfolgersystem kommt die Remote-Followspot-Lösung des niederländischen Unternehmens Follow-Me zum Einsatz.

Lichtdesigner Roland Greil von Woodroffe Bassett Design: „Wir waren auf der Suche nach einem vielseitigen und zuverlässigen automatisierten Verfolgersystem, das es uns ermöglicht, jedes beliebige Movinglight in jeder beliebigen Stückzahl zu verwenden. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt war die Zuverlässigkeit, insbesondere bei einer Show dieses Kalibers.

Wie Eoghan Tansey, Follow-Me-Techniker und Gesamt-Systemtechniker von Neg Earth Lights erklärt, kommen insgesamt 70 Movinglights von zwei verschiedenen Herstellern als Followspots zum Einsatz. Diese befinden sich am mittig platzierten Tower am hinteren Bühnenrand, in den PA-Türmen sowie in den Delay-Türmen. Insgesamt werden sechs Ziele, also alle Bandmitglieder, verfolgt. „Wir brauchen etwa 20 Minuten für die Kamerainstallation, einfach aufgrund der Kamerapositionen und der Zeit, die für die korrekte Ausrichtung benötigt wird. Das ist aber auch abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, dem Sonnenuntergang, der jeweiligen Position der Delaytürme und so weiter. Dazu etwa 30 bis 45 Minuten für etwaige Anpassungen. Follow-Me ist relativ schnell und einfach zu verstehen und für die Show einzurichten. Die Bildqualität der Kamera oder besser gesagt, die Kameraansicht, leidet manchmal unter der Menge an Pyro, die während der gesamten Performance verwendet wird, aber das ist in der Regel nur ein kleines Problem, das hauptsächlich durch die lokalen Wetterbedingungen verursacht wird, die natürlich niemand kontrollieren kann. Der gesamte Support von jedem bei Follow-Me war erstklassig.

Auch bei den Operators konnte das System überzeugen: „Ihr Eindruck war im Allgemeinen positiv. Follow-Me schenkt der FoH-Crew noch mehr Freiheit. Wir verwenden das System derzeit so, dass die Follow-Me-Operator nur die Pan/Tilt-Bewegung steuern“, erläutert Tansey. „Die FoH-Operator haben alle erforderlichen Geräteparameter in die Show-Cues programmiert, wodurch Missverständnisse zwischen Spot-Caller und FOLLOW-ME-Operator während der Show vermieden werden. Alle erforderlichen Dimmer-, Farb- oder Zoom/Blenden-Calls für die Show kommen direkt von der Konsole, aber die Ops haben trotzdem die Möglichkeit, während der Performance zu wechseln oder einzusteigen. Das System selbst war in jeder Show dieses Tourlegs grundsolide. Alle aufgetretenen Fehler oder Schwierigkeiten hatten ihren Ursprung eher auf der menschlichen Seite des Systems“, fügt Tansey hinzu.

Info: www.lmp.de

Rammstein Konzert (Fotos: Manfred H. Vogel)

RCF Audio-Equipment für das Elbenwald Musikfestival

Das Elbenwald Festival ist Treffpunkt für Film-, Musik-, Fantasy-Fans und Gamer. Zum vorerst letzten Mal fand das Elbenwald Festival 2019 im Eventpark Luhmühlen statt, bevor es im kommenden Jahr an einen neuen Ort zieht.

Einen Event mit Lesungen, Star Meet & Greets, Workshops, Rock & Pop Konzerten und Symphonie Orchester mit Filmmusik soundtechnisch perfekt zu vermitteln, gehört zu den herausfordernden Aufgaben für Techniker in der Eventbranche.

Die PM Blue GmbH war für das Elbenwald Festival und das eine Woche zuvor an gleicher Stelle stattfindende A Summer’s Tale Festival als Technikdienstleister für alle Belange rund um Ton, Licht und Video verantwortlich, und das im sechsten Jahr. Beim Elbenwald Festival setzte PM Blue durchgehend auf Audio-Equipment von RCF.

Das Elbenwald Festival bietet einen Mix aus Musik, Lesungen, Filmvorführungen, Star-Meetings, Spiele und Workshops. Einer der Haupt-Locations während des viertägigen Festivals war das große Zelt, in dem Lesungen, Konzerte, Meet & Greets und Workshops stattfanden. Mit mehr als 2.500 qm fasste das Zelt rund 4.000 Fans. Das musikalische Programm und damit auch die Anforderungen an die Audio-Anlage waren aufgrund der verschiedenen Stile vollkommen unterschiedlich.

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzte PM Blue auf ein System, ausschließlich aus RCF Komponenten. Auf der Bühne waren zwei mal zehn HDL 50-A Module hängend als Main Array installiert. Vier TT 22-A waren als Infill und Outfill platziert. Vor der Bühne taten zwölf SUB 9007 Module im Cardioid-Modus ihren Dienst.

Tobias Lange, Geschäftsführer von PM Blue: „Wir haben von den FoH-Leuten und den Künstlern durchweg nur positive Rückmeldungen zum Sound erhalten. Besonders ein symphonisches Orchester in einem solchen Zelt gut klingen zu lassen, ist nicht ganz einfach. Aber auch das ist mit dem HDL 50-A und den anderen Komponenten von RCF im Zusammenspiel mit der RDNet Steuersoftware eine machbare Aufgabe.“

Info: www.rcf.it, www.pmgroup.de

Bühne beim Elbenwald-Festival, RCF-Installation (Fotos: Marcus Scheuermann)