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Farben dieser Welt

Die Welt wird rosa. Goldene Zeiten brechen an. Alle Signale sind auf grün. So oder ähnlich könnte man die Antworten bilanzieren, die uns Eventdienstleister bei der Halbjahresumfrage hinsichtlich der aktuellen Entwicklung und der Prognose für das zweite Halbjahr gegeben haben. So meint beispielsweise Denis Papin von XL Video, dass „ein deutlicher Aufschwung zu vermerken" ist, Peter Nellen von Lightcompany und Tom Koperek von der LK-AG haben im ersten Halbjahr jeweils 15 Prozent mehr Umsatz gemacht, Holger Niewind von Aventem gibt einen Umsatzzuwachs von 20 Prozent an und Matthias Kühl von Kühl-Beschallung verzeichnete gar eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent. Auch bei der Prognose ergibt sich ein sehr positives Bild. Wilfried Schiefer von Showtec sieht dem weiteren Verlauf des Geschäftsjahres „zuversichtlich entgegen", Okan Tombulca von eps erwartet „eine positive Bilanz", Marco Niedermeier von A&O Lighting Technology hat die Weichen für das weitere Wachstum bereits gestellt und für Knud Hackradt von AVMS „signalisiert der Herbst Gutes".
Nun handelt es sich bei den Kandidaten unserer Umfrage um eine mehr oder weniger zufällige Zusammenstellung kleiner, mittlerer und großer Eventdienstleister. Vielleicht hätten wir auch Negativmeldungen bekommen, wenn wir andere befragt hätten. Tendenziell sollte das Fazit aber klar sein: Es geht uns gut. Das ist erfreulich und korrespondiert auch mit der allgemeinen Entwicklung.
Was hat das für Auswirkungen auf den Markt? Die Eventdienstleister investieren wieder in aktuelles Equipment, was die Auftraggeber dankbar registrieren und in ihren Projekten nutzen. Viele suchen Mitarbeiter, treffen derzeit aber auf ein relativ lehrgeräumtes Angebot. Das Marketing wird vielerorts strukturiert und soll für weitere Nachfrage sorgen beziehungsweise den Wettbewerb unter Kontrolle halten. Und: im nächsten Jahr gibt es wieder Fußball. Da denkt der eine oder andere Anbieter über eine Internationalisierung nach.
Es bleibt spannend!
Herzlichst
Ihr Peter Blach

Klimawandel?

Das Forum Marketing-Eventagenturen (FME), das übrigens vor wenigen Tagen in Hamburg seinen zehnten Geburtstag feierte, hat die zweite Ausgabe seiner Markterhebung „Event-Klima" vorgestellt. Befragt wurden eventtreibende Unternehmen aus der Industrie und dem Mittelstand sowie Agenturen. Die Durchführung übernahm TNS Infratest aus Hamburg. Die Vorgängerstudie entstand 2005. Rund 2,08 Mrd. Euro geben deutsche Unternehmen in diesem Jahr voraussichtlich für Marketing-Events aus. Nach dem starken Weltmeisterschaftsjahr 2006 mit seiner Sonderkonjunktur entspricht das einem Wachstum von rund 4 Prozent.
Auch für 2008 zeigt der Trend laut Studie weiter nach oben. Die befragten Insider rechnen mit einer Steigerung der Eventbudgets um 8,7% auf 2,26 Mrd. Euro und für 2009 um weitere 15,9 % auf einen Eventumsatz in Höhe von 2,62 Mrd. Euro. Insgesamt sollen die Kommunikationsausgaben für Marketing-Events im Zeitraum von 2006 bis 2009 um 31% steigen.
Zu erkennen ist für 2007 eine etwa gleich große Verteilung der Ausgaben für Corporate, Consumer-, und Public-Events. Mit kleinem Abstand folgen Exhibition-Events. Die stärksten Zunahmen werden in den folgenden zwei Jahren für Corporate- und Consumer-Events erwartet, hier liegt die Steigerung bei rund 32%. Neben den klassischen Eventzielgruppen wie Händlern, Mitarbeitern, Presse tritt der Endverbraucher stärker ins Visier der direkten, persönlichen Zielgruppenansprache.
Stehen bei den großen Kommunikationstreibenden die Public-Events an erster Stelle, sind es im Mittelstand die Exhibition-Events. Auf Rang zwei folgen jeweils Corporate-Events mit 25 beziehungsweise 19%. Im Mittelstand liegt erwartungsgemäß der Fokus stärker auf der B2B-Kommunikation als bei den großen Auftraggebern. Dies wird vor allem durch die Kundenstruktur bedingt. Ein großes Unternehmen hat im Jahr durchschnittlich ein Budget von 3,7 Mio. Euro für Eventmaßnahmen, ein mittelständisches Unternehmen investiert 0,52 Mio. Euro.
Das sind beruhigende Zahlen, die sich wie Balsam auf die in den letzten Jahren geschundenen Häupter der Verantwortlichen in der Eventbranche legen werden. Jetzt wollen wir nur noch hoffen, dass sich alle Prophezeiungen auch erfüllen . . .
Herzlichst
Ihr Peter Blach

Grobe Unsportlichkeit

Eher fragwürdig ist die Vorgehensweise des europäischen Fußballverbandes UEFA (Union of European Football Associations) bei ihren Pitches für fünf Veranstaltungen, darunter die Eröffnungs- und Abschlusszeremonien, anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2008, was das Forum Marketing-Eventagenturen FME zu einem offenen Brief veranlasste. Angesprochen wurden von der UEFA im Februar sowohl Eventagenturen als auch Szenografen. Laut den offiziellen Ausschreibungsunterlagen sollen sämtliche Kosten, die mit der Erstellung des Konzepts in Zusammenhang stehen, zu Lasten der jeweiligen Agentur gehen. Die UEFA kann anschließend sämtliche Veranstaltungsteile auch allein ohne Angabe von Gründen umsetzen, das Ausschreibungsverfahren jederzeit wieder eröffnen und beim Verdacht eines Vertragsbruchs die Zusammenarbeit ohne weiteren Anspruch beenden. So werden Parias behandelt.
Damit nicht genug: Die Pitchteilnehmer treten ihre Rechte an den eigenen Ideen bereits bei der Präsentation an die UEFA ab. Das ist schön: Idee geliefert, aber Job nicht bekommen - so könnte es zumindest passieren. Oder so: Idee für dich, Kosten für mich . . .
Das FME ging mit guten Gründen auf die Barrikaden und vertritt dabei die Interessen seiner Mitglieder. So darf man mit Leistungspartnern nicht umgehen. Ob sich die UEFA darum schert, bleibt abzuwarten.
Auf jedem Fall handelt es sich um eine grobe Unsportlichkeit, die man durchaus mit Gelb-Rot für die UEFA ahnden könnte.
Herzlichst
Ihr Peter Blach

Einzelschicksal?

Wer aus den teilweise erheblichen Anstrengungen inklusive dem zeitlichen und finanziellen Aufwand bei der Besetzung offener Stellen, die der StageReport im Rahmen einer Umfrage ermittelte und in der Ausgabe 4-2007 veröffentlichte, schließen würde, dass Bewerber bei den Unternehmen der Eventbranche grundsätzlich mit offenen Armen empfangen werden, muss sich jetzt enttäuschen lassen. Initiativbewerbungen werden sogar eher argwöhnisch betrachtet, wie es der Leserbrief von Michael Neumann aus Köln belegt, der als Reaktion auf die Veröffentlichung entstand. Demnach hatte er sich bei rund 15 namhaften Eventagenturen im Raum Köln, Düsseldorf, Essen als freier technischer Leiter und Projektmanager vorgestellt - jeweils per Mail und aufgrund von auf den Homepages inserierten freien Stellen. Auf die 15 Bewerbungen kamen zwei Rückmeldungen. Nach sechs Wochen hat Michael Neumann dann noch einmal nachgefragt. Ergebnis: drei Antworten.
Natürlich könnte man an dieser Stelle entgegnen, dass hier möglicherweise die Profile nicht übereinstimmten. Vielleicht handelt es sich ja auch um ein nicht repräsentatives „Einzelschicksal". Das mag alles zutreffen. Dennoch darf man so nicht mit Bewerbungen umgehen!
Herzlichst
Peter Blach

Video killed . . .

Mit dem Titel Video killed the radio star wurde einst der Gezeitenwechsel vom Nur-Musiker zum allgegenwärtigen Medienstar besungen. MTV sorgte damals dafür, dass Musiker nun auch auf Bildschirmen herumzappelten und viele Poser nicht mehr singen mussten, um mit bebilderten Liedchen reich und berühmt zu werden. Oder doch zumindest populär. Aktuell können wir einen weiteren Gezeitenwechsel beobachten, der ebenfalls von Videos initiiert ist. Die Revolution der Bilder in TV-Shows und Bühnenproduktionen. Ohne große Bewegtbilder auf LED-Wänden, -Stripes, -Curtains oder -Shapes geht hier im Moment gar nichts mehr. Nahezu zwanzig Jahre lang haben Spiegelscanner und Moving Heads Bildschirmästhetik und Setdesigns dominiert. Shows ohne bewegliche Lichtbeams kannte man kaum noch. Die Spannbreite der Einsätze reichte von gezielt und kontrolliert bis hilflos und nervend. Das alles ist nun Schnee von gestern. Movinglights werden wieder das, als was sie einst konstruiert wurden: multifunktionale Scheinwerfer. Und sie rücken bei den Designern in die zweite Reihe und degenerieren zu Sekundärmedien - wenn auch unverzichtbaren.
Die Gier nach bewegten Bildern ist ungezügelt. Das hat auch nicht unwesentliche Auswirkungen auf Designer und Operator. Sie müssen sich nicht nur die Technik „raufschaffen", sondern sich auch mit den visuellen Möglichkeiten auseinandersetzen und dabei verschiedene Aufgaben vom Regisseur über den Kameramann bis zum Cutter übernehmen. Das ist keine Fortführung oder Ergänzung des Lichtdesigns, das ist eine neue Welt.
Video killed . . .?
Herzlichst
Ihr Peter Blach