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Media in Res begleitet Audi zur Auto Peking 2016

Als die Auto Peking 2016 – Chinas größte Automobilmesse – am 25. April 2016 ihre Pforten im China International Exhibition Center in Peking geöffnet ha, zeigte Media in Res erneut, was technisch machbar ist: Im Auftrag der Audi AG stattete das Braunschweiger Unternehmen den Messestand des Automobilherstellers und die Auftaktpressekonferenz am 25. April 2016 mit Licht-, Ton- und Videotechnik aus und übernahm außerdem das Rigging.

Die Aufbauarbeiten für die Messepräsenz der Audi AG auf der Auto Peking 2016 begannen bereits am 15. April 2016. Vor Ort war Media in Res an einen engen Zeitplan gebunden, deshalb erfolgte der Aufbau im 24-Stunden-Betrieb. Unter anderem sorgte der technische Dienstleister für aufgeständerte Schwerlasttraversen und lieferte das Equipment inklusive einer Videowall und verschiedenen Monitoren für die Presse an BGV-C1 Bandzügen. Das Einleuchten fand parallel zum Messebau statt, sodass für die Proben nur wenig Zeit zur Verfügung stand. Die Messe endet am 4. Mai, das Abbauende ist für den 8. Mai 2016 eingeplant.

Das Lichtkonzept entwickelte Michael Schmidt von Four to One, die Ton- und Videokonzepte kommen von TFN, Tobias Joeckle. Für Design und Architektur zeichnet das Architekturbüro Oettle Ferber verantwortlich. Mit Audi verbindet Media in Res eine langjährige Zusammenarbeit: So hat der Dienstleister im Bereich Medien- und Veranstaltungstechnik bereits das Audi Händlermeeting 2015, die Präsentation des neuen Audi TT sowie viele andere nationale und internationale Veranstaltungen technisch realisiert. 

Info: www.media-in-res.de

Audi Messestand auf der Auto Peking 2016 (Foto: Andreas Keller/Media in Res)

Audiosoftware SpatialSound Wave im Züricher Opernhaus

Mit der Audiosoftware SpatialSound Wave vom Fraunhofer IDMT lassen sich Klänge frei im Raum positionieren, so dass visuelles und akustisches Geschehen realistisch übereinstimmen. Im Züricher Opernhaus wird der dreidimensionale Klang seit Januar eingesetzt. Die Tontechniker passen Soundeffekte live an und vergrößern Räume akustisch.

Moderne Operninszenierungen leben von den Gesangskünsten der Hauptdarsteller, dem extravaganten Bühnenbild oder den Musikern des Orchesters. Gleichzeitig erschaffen die Regisseure mit Soundeffekten aus dem Lautsprecher zusätzliche Klangteppiche. „Gerade bei modernen Inszenierungen verlangen Intendanten und Regisseure, dass wir verschiedene Soundeffekte über die Tonanlage realisieren, verschiedene Räumlichkeiten schaffen und miteinander verbinden“, sagt Oleg Surgutschow, Tonmeister am Opernhaus Zürich.

In dem historischen Saal sind Lautsprecher auf insgesamt fünf Ebenen angebracht. „Eine umfangreiche und komplexe Infrastruktur, die historisch gewachsen ist. Mit klassischer Lautsprechertechnologie kommt man hier schnell an Grenzen, wenn man räumliche Klangeffekte erzielen will“, sagt René Rodigast vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT. Seit Anfang 2016 ist die SpatialSound Wave-Technologie der Ilmenauer Forscher in Zürich im Einsatz. Der Vorteil für Tonmeister Surgutschow: Er kann Soundeffekte live bearbeiten und räumliche, dreidimensionale Klangwelten erschaffen – ohne die Tonanlage oder die Räumlichkeiten dafür verändern zu müssen.

Einzelne Klänge verteilt die SpatialSound Wave-Software nach den Verfahren der Wellenfeldsynthese. Dabei formen verschiedene Lautsprecher eine neue akustische Wellenform. Keine der Boxen spielt dasselbe Signal. Jede ergänzt die benachbarte und trägt ihren Teil zum Gesamtklang bei. „Wir müssen der Technologie vorher nur sagen, wo sich jede Box befindet“, erklärt Rodigast. „Mit Mikrofonen messen wir den Klang jedes einzelnen Lautsprechers ein.“

SpatialSound Wave macht aus den akustischen Signalen der Boxen Audioobjekte. Ein Ton bekommt dadurch eine dreidimensionale XYZ-Achse, eine exakte Position zu einer bestimmten Zeit. So lassen sich Töne in einem Raum beliebig positionieren. Das berechnete Signal läuft zurück in die Lautsprecheranlage des Opernhauses. „Man ist nicht mehr an die Position des Lautsprechers gebunden“, sagt Rodigast. Tonmeister Surgutschow muss sich nicht mehr um seine Lautsprecher kümmern, sondern nur noch um die Positionierung von Klängen. Die Lautstärke und die natürliche Verzögerung der Töne jedes einzelnen Lautsprechers, die für einen bestimmten Sound zuständig sind, werden automatisch über mathematische Formeln berechnet. Dadurch, dass mehrere Lautsprecher zusammenwirken, können sie die Position der Schallquelle nachstellen. Jedes Audiosignal hat so eine feste Position im Raum. „Es entsteht ein stabiles akustisches Ereignis, das von jedem Platz im Opernhaus gleich wahrgenommen wird“, so Rodigast.

Ursprünglich wurde das Opernhaus Zürich als Schauspielhaus, als Sprechtheater konzipiert. Es hat daher eine hervorragende Sprachverständlichkeit, aber zu wenig Nachhallzeit für Opernaufführungen. Diese kann mit SpatialSound Wave verlängert werden. Anstatt Audiosignale schicken die Forscher Reflexionen an bestimmte Stellen des Raums. „Wir rechnen der originalen Klangquelle ein weiteres Signal hinzu und können Einfluss auf Zeitpunkt sowie Länge der Reflexionen nehmen“, sagt Rodigast.

„Mit der Software können wir Effekte und Raumklang im Live-Betrieb spontan anpassen. Bisher mussten wir alle Effekte vorprogrammieren. Die Audioobjekte lassen sich auch so positionieren, dass sie für den Hörer verschiedene Entfernungen haben können. Das heißt, ich kann die Effekte so platzieren, als ob sie außerhalb des Raums erklingen“, weiß Surgutschow.

Im Opernhaus Zürich sind die Ränge klassisch angeordnet: Parkett, Parkett-Galerie, 1. Rang, 2. Rang inklusive Logen, Medaillon, Decke. „Die unterschiedlichen Etagen in unterschiedlicher Höhe machen es sehr herausfordernd, die Akustik optimal einzustellen: zum Beispiel an jedem Platz das gleiche Sounderlebnis zu schaffen oder bei Klangwelten, die sich durch den Raum bewegen“, erklärt Surgutschow. „Da reichen Mikrofone zum Messen der Lautstärke nicht aus. Das ist nur für die technische Annäherung. Viel wichtiger ist das Vorhören mit dem eigenen Ohr.“ Wissenschaftler und Tontechniker wanderten Platz für Platz und Loge für Loge ab, spielten verschiedene Soundinhalte ab, bewegten Klangquellen an verschiedene Stellen. „Man probiert unterschiedliche Einstellungen aus. Das kann keine Technik abnehmen“, sagt Rodigast. Es gab zwei Termine: An einem Tag wurde das System ausgemessen und in Betrieb genommen. „Akustisch optimiert haben wir das dann in zwei Nächten, nachdem die Toningenieure zuvor schon ein paar Wochen mit der Technologie gearbeitet hatten.“

Info: www.idmt.fraunhofer.de

Kollage aus Software-Steuerung per Tablet und Aufführung im Opernahus (Foto: Opernhaus Zürich/Monika Rittershaus)

„Can't Stop The Hardcore Tour 2016“ mit SGM P-5 und Scooter

Für das Lichtdesign der „Can't Stop The Hardcore Tour 2016“ von Scooter ist Jerry Apelt zusammen mit Marc Brunkhardt verantwortlich gewesen. Mehr als 400 programmierbare Scheinwerfer kamen bei dem Projekt zum Einsatz. Appelt und Brunkhardt hatten bei dem Design bewusst auf die SGM P-5 gesetzt, da sie mit ihrem relativ engen Abstrahlwinkel und der für LED-Fluter enormen Helligkeit, gezielt und flexibel in den unterschiedlichen Bildern genutzt werden konnten.

Geprägt war das Lichtdesign von fünf Hyper-Pods. In diesen Hyper-Pods wurde ein großer Teil der Lichttechnik für die gesamte Tour fest verbaut, um den Auf- und Abbau optimal realisieren zu können. In jedem dieser großen Lichtracks waren 18 x SGM P-5 sowie weitere Movinglights fest in S52V-Traversen integriert. Weitere 40 x SGM P-5 waren in der V-förmig angeordneten Fronttraverse im Einsatz. In den Keyboard-Risern, an der Bühnenvorderkante und im Set, waren weitere 30 x SGM P-5 verbaut, um die Künstler jederzeit ins rechte Licht setzen zu können. Insgesamt waren somit 160 x SGM P-5 auf der Tour vom 26. Februar bis 5. März 2016 dabei, um eine beeindruckende Lichtshow zu realisieren. Die gesamte Lichttechnik wurde durch die Production Resource Group (PRG) geliefert, die sich aus 160 x SGM P-5 RGBW und weiteren rund 300 programmierbaren Scheinwerfern zusammensetzte.

Info: www.sgmlight.com

Scooter-Auftritt (Foto: Thomas Rohwedder)

Meyer Sound Constellation bei Webbers „Liebe Stirbt Nie“

Ein fest installiertes Meyer Sound Constellation Acoustic System im Hamburger Stage Operettenhaus unterstützt derzeit das Musical „Liebe Stirbt Nie“, die musikalische Fortsetzung des seit langem laufenden Phantom der Oper. Lloyd Webbers langjähriger Sound Designer Mick Potter nutzt die akustischen Effekte von Constellation um das klangliche Erlebnis für das Publikum während der Show zu optimieren.

„Das Operettenhaus ist ein sehr trocken klingendes Theater, so dass wir mit kurzen Nachhallzeit-Presets während der Show dem Raum eine schöne, natürliche akustische Atmosphäre verleihen können", sagt Potter. „Wir nutzen Constellation auch um das Drama zu verstärken, indem wir den akustischen Raum vollständig ändern. Wir nutzen zum Beispiel längere Nachhallzeiten für Szenen in der Höhle des Phantoms und kürzere für Außenszenen.“

Neben der Anpassung der Theaterakustik wird das Kernstück von Constellation, die D-Mitri Digital Audio Platform, auch für diskrete Surround Sound Effekte eingesetzt. „Wir nutzen die Leistung von D-Mitri für Effekte wie Regen und Donner, die direkt vom FOH-Mischpult kommen“, erklärt Potter. „Das funktioniert hervorragend und wir konnten die Kosten für ein separates, dediziertes Surround System sparen.“

Das 1335 Sitzplätze fassende Stage Operettenhaus, das sich im Besitz von Stage Entertainment befindet und ausschließlich für eigene Produktionen und Special Events wie Firmenveranstaltungen genutzt wird, war das erste Musiktheater, das im Jahr 2012 ein Constellation System installierte. Zum Einsatz kam das System bis zum vergangenen Jahr für Rocky Das Musical.

Liebe Stirbt Nie war Potters erste Erfahrung mit einer Produktion für ein Theater mit einem permanenten Constellation System. „Ich ziehe die Flexibilität von Constellation allem, was ich in den meisten Theatern höre, vor, da diese in der Regel nicht mit einer idealen Akustik ausgestattet sind“, sagt er. „Constellation glättet das akustische Abstrahlverhalten, so dass das, was man im offenen Zuschauerraum hört, das gleiche ist, wie das, was man unter dem Balkon hört. So ist es viel einfacher das Musikerlebnis gleichmäßig über den gesamten Publikumsbereich zu verteilen.“

Das Constellation System des Stage Operettenhauses umfasst 235 self-powered Meyer Sound Lautsprecher, 42 cardioide und Kugelmikrofone, die die Umgebungsraumakustik erfassen, und eine D-Mitri Digital Audio Platform mit  patentierten VRAS akustischen Algorithmen. Um zusätzliche Leistung für Potters Surround-Design zur Verfügung zu stellen wurden acht UP-4XP und acht UPJunior VariO Lautsprecher ergänzt.

Potters Beschallungssystemdesign basiert auf 36 M'elodie Line Array Lautsprechern, einem Center Cluster aus drei UPJ-1P VariO Lautsprechern und je zwei 700-HP, 600-HP und 500-HP Subwoofern. Insgesamt 65 UPJ-1P, M1D Line Array, UPM-1, UPJunior und UMS-1P Lautsprecher dienen als Delay, Fill und Pit Imaging. Michael Weber, Theatrical Sound Coordinator bei Stage Entertainment und Steffen Riese, Technischer Leiter im Stage Operettenhaus arbeiteten mit Potter an Konfigurationsbesonderheiten, der Materialbeschaffung und Konfigurationsdetails.

Info: www.meyersound.de

Szene aus Liebe stirb Nie (Foto: Brinkhoff/Mögenburg)

Shure DIS DCS 6000 und Q-Sys im Frankfurter Landgericht

Das Landgericht in Frankfurt, Teil eines Behördenzentrums mit dem Oberlandesgericht, dem Amtsgericht und den Staatsanwaltschaften, verwaltet mit den Sitzungssälen I und II im Erdgeschoss des Gerichtsgebäudes E zwei besonders abzusichernde Gerichtssäle mit einem hochkomplexen Audio- und Videosystem. Nach mehreren Jahrzehnten wurde die Diskussionsanlage in diesen Sitzungssälen nun gegen ein komplett digitales System bestehend aus Shure DIS DCS 6000 und QSC Q-Sys ausgetauscht. Für die Planung und Installation zeichnete die Firma Hellwig Tonanlagen aus Bensheim im Auftrag des Hessischen Baumanagements verantwortlich.

Projektleiter Peter Willmann plante jeweils eine eigenständige CU-6105 Zentraleinheit pro Sitzungssaal, deren Signale über neu gezogene Cat7-Leitungen in den jeweiligen Saal führen, um damit eine individuelle Ansteuerung der Säle zu realisieren. Um die Tischreihen mit den DCS Interfaces und Mikrofonen gesondert ansteuern zu können, wird das Netzwerksignal über jeweils 3 x RP-6004 Netzwerk-Splitter pro Saal verteilt. Auch die einzelnen Tische können individuell in die Diskussionsanlage integriert werden und ermöglichen dadurch variable Raumgrößen sowie die unkomplizierte Umpositionierung innerhalb oder zwischen den beiden Sitzungssälen. Durch weitere 20 DC-6120P Tischaufbausprechstellen können weitere Teilnehmer in beiden Sälen problemlos ergänzt werden.

„Wir haben bereits in der Vergangenheit mehrfach mit dem DCS-System gearbeitet. Die Vorteile liegen ganz klar in der einfachen Bedienung sowie der komfortablen Handhabung der Signalführung, falls einzelne Positionen der Sprechstellen einmal geändert werden müssen. Darüber hinaus ist das ganze System äußerst robust”, erläutert Peter Willmann von Hellwig Tonanlagen.

Um die Sprechstellen der neuen Diskussionsanlage zu installieren, musste das Team von Hellwig Tonanlagen zunächst die alte Bestandsanlage aus den Tischen in beiden Sälen ausbauen und neue, exakt in die bestehenden Aussparungen passende Aluminium-Tischblenden erstellen. Als neue Funktion verfügen die Sprechstellen nun auch über einen eigenen Lautsprecher sowie einen Ein- und Ausschalter in Edelstahlausführung direkt in der Tischblende. Unter den „Customised-Bedienfrontplatten” kommen insgesamt 86 MU-6040D DCS Interfaces mit GM-6524 Schwanenhals-Mikrofonen in Nierencharakteristik zum Einsatz.

Einen Sonderfall stellen die Richter-, Beisitzer- und Wachtmeistertische dar. So sind sowohl das Richter- als auch das Wachtmeister-Tableau größer ausgelegt, um die zusätzlichen Funktionen beider Teilnehmer bereitstellen zu können – darunter die Anzeigen für „besetzt/nicht besetzt”, „öffentlich/nicht öffentlich”, die Steuerung des Lichts und der Leinwände sowie des Zeugenrufs und Vorrangs für das Richtermikrofon.

Vom DCS 6000 System geht das Signal anschließend auf den Q-Sys Core 250i, der als Zentraleinheit sämtlicher Audioströme für beide Sitzungssäle fungiert. In Kombination mit den über das eigens entwickelte Netzwerkprotokoll Q-LAN redundant abgesetzten IO-22 Interfaces übernimmt Q-Sys darüber hinaus diverse Steuerungsaufgaben, beispielsweise die Gong-Steuerung, die LED-Rückmeldungen (rot/grün) der GM-6524 Sprechermikrofone oder die Verwaltung der Zeugenrufe.

Auch mit Q-Sys konnte Hellwig Tonanlagen bereits diverse Erfahrungen sammeln. „Das Q-Sys ist ein sehr flexibles System, das uns vielfältige Steuerungsoptionen ermöglicht – beispielsweise bei der Realisierung der Ruffunktion, für die der Core 250i über das Lua-Skript mit der CU-Zentraleinheit des DCS-Systems kommuniziert und das entsprechende Mikrofon priorisiert wird”, so Peter Willmann.

Die Beschallung der beiden Sitzungssäle erfolgt teils noch über die alten Deckenlautsprecher des ursprünglichen Systems, teils über neu von Hellwig Tonanlagen hinzugefügte QSC QSC AD-S52T Installations-Lautsprecher im Zuschauerbereich sowie weitere Lautsprecher für den Zeugenruf auf den Fluren. Die Versorgung sämtlicher Lautsprecher läuft über 3 x QSC ISA 300 Ti-Verstärker, über die insgesamt fünf verschiedene Lautsprecherzonen angesteuert werden.

Info: www.hellwig-tonanlagen.de, www.shure.de

Shure-Installationen (Fotos: Shure)